Hohlbein | Hohlbein Classics - Die Hölle stirbt | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 19, 64 Seiten

Reihe: Hohlbein Classics

Hohlbein Hohlbein Classics - Die Hölle stirbt

Ein Gespenster-Krimi

E-Book, Deutsch, Band 19, 64 Seiten

Reihe: Hohlbein Classics

ISBN: 978-3-7325-1431-1
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Jetzt zum ersten Mal als E-Book verfügbar: Die Reihe 'Hohlbein Classics' versammelt die frühen Werke von Wolfgang Hohlbein, die seinerzeit im Romanheft erschienen sind.
Die Story: Moron, Vorbote einer gewaltigen Streitmacht, die das Universum unterjocht, rüstet sich zum letzten Angriff. Zum Sturm auf die Hölle! Damona King muss sich mit Asmodis, ihrem erbitterten Feind, verbünden, um die Erde zu retten. Doch als sie die Abgründe der Hölle erreicht, bietet sich ihr ein Bild des Grauens. 'Die Hölle stirbt' erschien erstmals am 30.10.1984 unter dem Pseudonym Henry Wolf als Teil der 'Damona-King'-Serie in der Reihe 'Gespenster-Krimi'.
Der Autor: Wolfgang Hohlbein ist der erfolgreichste deutschsprachige Fantasy-Autor mit einer Gesamtauflage von über 40 Millionen Büchern weltweit.
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Die Hölle stirbt!
von Henry Wolf Die weiße Hexe ist eine begehrenswerte Frau. Doch Dämonen haben keinen Sinn für Schönheit, ihre Ziele sind Chaos und Verderben. DAMONA stellt sich auf die Seite der Menschen, kämpft in fernen Zeiten und Dimensionen für das Licht, ihre Waffen sind ein HEXENHERZ – und ihre Weiblichkeit ... Es war so still in der Kirche wie in einem großen, kühlen Grab. Durch die kunstvoll bemalten Bleiglasfenster fiel Licht in allen Farben des Regenbogens herein und zeichnete verwirrende Muster auf den Mosaikfußboden, und der Schatten des großen, aus einem einzigen Block gemeißelten Altars streckte sich wie eine große fingerlose Hand die Stufen herab nach der einsam knienden Gestalt. Obwohl die Nacht Frost gebracht hatte und der Tag noch keine Stunde alt war, war es nicht kalt hier drinnen; die gewaltigen Mauern der Kathedrale, die dem Ansturm von Jahrhunderten getrotzt hatten, wiesen auch die Kälte ab und schufen eine Enklave der Wärme und Geborgenheit im Herzen der Millionenstadt London. Ein einzelner, hallender Glockenschlag schwang dumpf durch die Luft, ein Laut, der die Stille und Abgeschiedenheit mehr zu betonen schien, als dass er sie durchbrach. Der Ton hallte von den gewaltigen Sandsteinmauern wider und verklang nur langsam. Pater Brannigan sah auf. Für einen Moment war sein Blick verschleiert, als erwache er aus einem tiefen Schlaf, dann erschien eine tiefe Falte zwischen seinen dünnen, hellblonden Brauen. Er war zum Morgengebet hierhergekommen, aber er war länger in seiner stummen Zwiesprache mit sich – und vielleicht Gott – geblieben, als er beabsichtigt hatte. Einen Moment lang sah er sich noch verwirrt um, dann stand er auf, ließ seinen Blick einen Herzschlag lang durch das gewaltige, menschenleere Kirchenschiff schweifen und schlug den Ärmel seiner schmucklosen Soutane zurück. Die Anzeige der flachen Quarzuhr, die er darunter am Handgelenk trug und die so wenig zu seiner Kleidung und der Umgebung, in der er sich befand, passen wollte, verriet ihm, dass es knapp acht Minuten nach sieben war – eine Unzeit zum Glockenläuten. Als wäre dieser Gedanke ein Stichwort gewesen, schwang ein zweiter, dröhnender Glockenschlag durch das Kirchenschiff. Brannigans Stirnrunzeln vertiefte sich. Die Kirche verfügte schon lange nicht mehr über einen Küster, sondern hatte wie fast alles andere auch vor dem Ansturm der modernen Technik kapituliert: Es gab zwar noch einen Glockenturm, in dem ein Gewirr von Seilen zu den vier großen und sechzehn kleinen Glocken hinaufführte, aber das Läutwerk selbst wurde von einem Microcomputer auf den Sekundenbruchteil genau gesteuert. Ein dritter Glockenschlag überzeugte Brannigan endgültig davon, dass es mit der Präzision der modernen Technik wohl doch nicht so weit her war. Mit einer entschlossenen Bewegung wandte er sich um, ging rasch durch das Kirchenschiff, öffnete die Tür zur Sakristei und durchquerte den kleinen, noch in schattiges Halbdunkel getauchten Raum. Die Tür zum Glockenturm quietschte in den Angeln, als er sie öffnete; seit die Glocken selbsttätig läuteten, kam kaum noch jemand hierher; auf dem Fußboden lag Staub, und die Luft schmeckte bitter und verbraucht: alt. Ein vierter, hallender Glockenschlag ließ den Boden vibrieren, als Brannigan die Tür hinter sich ins Schloss zog und aus zusammengekniffenen Augen in das Halbdunkel blinzelte. Der Glockenturm hatte keine Fenster, nur von oben drang schwaches, graues Licht in schmalen Streifen herein, gerade genug, Brannigan die Gestalt erkennen zu lassen, die zusammengekauert auf dem Steinfußboden hockte. Pater Brannigan blieb stehen. Ohne dass es einen logischen Grund dafür gegeben hätte, spürte er plötzlich Angst, eine Angst, die mit jeder Sekunde stärker wurde. Etwas an der Gestalt war seltsam – bedrohlich, Furcht einflößend und auf schwer in Worte zu kleidende Weise düster. »Wer ... wer sind Sie?«, fragte Brannigan. Seine Stimme schwankte und klang seltsam verzerrt in dem gewaltigen, leeren Turm. Der Mann (Mann??, flüsterte eine Stimme in Brannigan) hob den Kopf, streckte den Arm aus und versuchte sich an einem der Seile, die rings um ihn herum zu Boden hingen, hochzuziehen. Hoch über seinem Kopf schlug die gewaltige Glocke ein fünftes Mal an. »...fen«, flüsterte er. Seine Stimme war nicht menschlich, registrierte Brannigan erschrocken. Leise, krächzend und verzerrt, erinnerte sie eher an das mühsame Nachahmen eines Papageis. Wieder versuchte er sich hochzuziehen, und wieder sank er zurück, als hätte er nicht mehr die Kraft dazu. »Helfen ... Sie ... mir ...«, keuchte er. Brannigan machte einen Schritt und blieb erneut stehen. Seine Augen gewöhnten sich an das hier drinnen herrschende Dämmerlicht, und er konnte mehr Einzelheiten erkennen. Der steinerne Boden rings um den Hockenden glänzte feucht (Blut?), und ein süßlicher, unbeschreiblich ekelhafter Geruch wehte zu Brannigan hinüber. Das Schlimmste aber war das Gesicht des Mannes. Es war nicht das Gesicht eines Menschen ... Brannigan prallte zurück, als hätte er einen Hieb erhalten. Instinktiv schlugen seine Hände das Kreuzzeichen. »Großer Gott!«, keuchte er. »Wer ... wer sind Sie? Was ist...?« »Helfen ...«, stöhnte der Fremde. Seine Hände vollführten rasche, zuckende Bewegungen, und sein flaches, von grünen Schuppen bedecktes Echsengesicht verzerrte sich wie unter Schmerzen. Brannigan sah, dass das, was er im ersten Moment für einen Teil seiner Kleidung gehalten hatte, in Wirklichkeit ein Schwanz war. Das Wesen sah aus wie ein übermannsgroßer, aufrecht gehender Salamander. Brannigans Gedanken überschlugen sich. Die Angst wurde für einen Moment übermächtig. Das Wesen war kein Mensch, und alles in ihm drängte danach, einfach herumzufahren und zu laufen, so schnell und so weit er konnte. Aber da war auch etwas, das ihn zurückhielt. Das Wesen war verletzt und brauchte Hilfe ... Mit aller Macht drängte Brannigan seine Furcht zurück, atmete hörbar ein und bewegte sich zögernd weiter auf den Fremden zu, aber nur, um nach wenigen Schritten erneut stehen zu bleiben. Plötzlich, von einer Sekunde auf die nächste, spürte er die dämonische Ausstrahlung des Wesens, den Atem der Hölle, der die geschuppte Gestalt wie ein unsichtbarer Mantel umgab und den Glockenturm mit dem Pesthauch des Satans erfüllte. Das Blut des Fremden war schwarz. »Satan!«, keuchte Brannigan. »Du bist ...« Das Wesen hob in einer unendlich mühsamen Bewegung den Kopf und sah ihn aus seinen großen, pupillenlosen Augen an. Blut kam über seine Lippen. Seine Hand verlor den Halt am Glockenseil und fiel kraftlos herab. Langsam kippte er nach vorne, schlug schwer auf dem harten Steinboden auf und blieb stöhnend liegen. Seine Klauen waren nur mehr wenige Zentimeter von Brannigans Füßen entfernt. »Helfen ...«, keuchte es. »Ihr müsst ... helfen ... Sie greifen ... uns an.« • Brannigan blieb wie versteinert stehen. Seine Gedanken wirbelten wie wild im Kreis; Furcht, Verwirrung und abgrundtiefes Grauen hielten sich noch die Waage und lähmten ihn. Das Wesen ist ein Dämon, vielleicht der Teufel selbst!, war alles, was er denken konnte. Und doch sagte ihm eine Stimme, dass er zuhören musste, dass es wichtig war zu erfahren, warum dieser Diener der schwarzen Mächte ausgerechnet hierher, in ein Haus Gottes, geflohen war. »Tot ...«, wimmerte das Wesen. »Alle ... tot. Sie haben uns ... überlistet. Alle ... tot ... ich konnte ... entkommen, aber ... Weg ist versperrt. Warnen ... musst Asmodis ... warnen ...« Brannigan sog hörbar die Luft ein. »Sprich diesen Namen nicht aus!«, sagte er erschrocken. »Nicht hier, in einem Haus Gottes!« Das Wesen stemmte sich hoch, starrte ihn an und stieß ein schmerzhaftes Keuchen aus. Der Blick seiner Augen, schon halb verschleiert, klärte sich noch einmal. »Du ... Narr«, sagte er schleppend. »Du triumphierst, weil wir sterben? Dann hör mir zu, du Wurm! Wenn wir fallen, gibt es niemanden mehr, der... eure lächerliche Welt ... schützt. Sie werden ... erst uns, und dann ... dann euch vernichten. Warne Asmodis. Sage ihm, dass sie ... durch den Schattentempel kommen. Sage ihm, dass Moron ...« Er brach ab, krümmte sich unter Schmerzen und rang sekundenlang mühsam nach Luft. Sein Gesicht war eine Grimasse der Furcht, als er wieder zu Brannigan aufsah. »Damona«, murmelte er. »Geh zu ... Damona King. Sie ist die Einzige, die ... die Asmodis erreichen kann. Warne sie. Sage ihr, was ich dir aufgetragen habe, oder unsere Welt wird ... wird untergehen. Und kurz ... kurz darauf ... eure.« Etwas Seltsames geschah. Die Stimme des Wesens wurde immer leiser, war schließlich kaum mehr als das leise Flüstern des Windes in den Baumwipfeln und verklang ganz. Gleichzeitig begann sein Körper durchsichtig zu werden, verwandelte sich in einen Schatten, ein Phantom – und verschwand. Nur das schwarze Blut des Dämons blieb auf den Steinfliesen zurück. Pater Brannigan stand minutenlang wie erstarrt da und starrte auf den großen Fleck zu seinen Füßen herab. Dann drehte er sich um und ging mit steifen Schritten aus dem Turm. *** Auf den Hügeln jenseits der Mauer lag Schnee, und die Fenster hatten sich mit glitzernden Eisblumen überzogen. Es war kalt, klirrend kalt, und obwohl überall im Haus die Heizkörper für wohlige Wärme sorgten, hatte die Kälte hier, im Turmzimmer von Kings Castle, bereits Einzug gehalten; Monate zu früh und grimmiger als im tiefsten Winter. Damona rieb sich fröstelnd die nackten Oberarme und trat näher ans Fenster heran. Ihr Atem...


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