Hodgson | Das Licht in meinem Dunkel | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 413 Seiten

Hodgson Das Licht in meinem Dunkel

Roman

E-Book, Deutsch, 413 Seiten

ISBN: 978-3-7325-8623-3
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Ein berührendes Debüt über eine Liebe, die alle Verletzungen heilt Als die lebenslustige Cate einen tragischen Unfall verursacht, flieht sie vor ihren Schuldgefühlen zu ihrer Tante, die auf einer entlegenen Farm im Westen Australiens lebt. Dort trifft sie auf einen Fremden - den verschlossenen, grüblerischen Henry, der mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat. Zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten - und doch wird das Schicksal sie miteinander verbinden. Bis sie erkennen müssen, dass ihre Liebe nur eine Chance hat, wenn sie sich erneut dem Leben und dem Tod stellen ... Tiefgründig und doch wunderbar leicht erzählt - moderne Contemporary Romance für alle Fans von Brittainy C. Cherry. Taschentücher sind ein Muss! eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.

Anthea Hodgson stammt aus West-Australien, wo sie auf einer Farm aufwuchs. Später zog sie nach Perth, wo sie zunächst als Radio-Produzentin arbeitete. Inzwischen lebt sie dort mit ihrem Mann und ihren Kindern und nutzt ihre Liebe zu Kaffee dazu, immer wach genug zu sein, um ihre Bücher schreiben zu können.

Besuchen Sie die Homepage der Autorin: http://www.antheahodgson.com/.

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Erstes Kapitel
Schon beim Verlassen der Stadt hatte Cate Christie gewusst, dass es schiefgehen würde. Als sie in ihrem winzigen Auto an riesigen Weizenfeldern und Schafweiden vorbeifuhr, wurde ihr klar, dass sie nicht bleiben würde. Das hier war nur vorübergehend. Ganz gleich, wie weit sie die hellen glitzernden Lichter der Stadt hinter sich ließ – Brigit war immer noch tot und würde es bleiben. Cate gehörte genauso wenig aufs Land wie Brigit. Es war staubig, und alles wirkte wie tot; die eine Jahreszeit war vorüber, ohne dass die nächste angefangen hätte. Es war eine unfruchtbare Zeit – das Gras war vertrocknet, die Stoppeln der abgeernteten Weizenfelder waren niedergetrampelt, und die Rosenkakadus jammerten in den Bäumen über die Hitze. Als Cate den Wagen die Auffahrt hinaufsteuerte, stellte sie fest, dass die Farm kaum Kindheitserinnerungen in ihr weckte; das alte Haus schien in sich zusammengesackt und Teil der Gartens geworden zu sein. Kaum, dass sie den Motor abgestellt hatte, kroch die Stille durch die Autofenster herein. Einen Moment lang saß sie reglos da, betrachtete das Haus und die sich gelb verfärbenden Pflanzen und lauschte auf das Geräusch des Wellblechs, das über das leere Lehmziegelhaus kratzte. Ihr Urgroßvater hatte es vor langer Zeit erbaut. Aufseufzend ließ sie die Hand eine Sekunde auf dem Türgriff liegen, ehe sie die Autotür öffnete und ausstieg. Sie schnappte sich den Karton mit den Lebensmitteln, die sie im Coop in der Stadt erstanden hatte, marschierte den kleinen Weg zur Haustür hinauf und klopfte. Zuerst herrschte Stille im Inneren, dann hörte sie, wie sich jemand bewegte, und es erklang ein schlurfendes Geräusch. Cate wartete schweigend und hoffte, dass ihre Großtante bei ihrem Anblick sehen würde, was alle sahen: die energiegeladene, fröhliche junge Frau statt der nervösen unsicheren Person, in die sie sich seit der Beerdigung verwandelt hatte. Während das Tageslicht stetig abnahm, trat Cate ungeduldig von einem Fuß auf den anderen. Sie glaubte, Radiostimmen im Hausinneren zu hören, und schließlich ertönte die Stimme ihrer Tante: »Einen Moment bitte, ich komme sofort!« Ihre Stimme klang älter als in Cates Erinnerung. Natürlich tat sie das. Immerhin hatte Cate Ida jahrelang nicht gesehen. Die Reise nach Perth war für ihre Tante zu beschwerlich geworden, und Cate wiederum kostete es zu viel Überwindung, in den australischen Busch zu fahren. Bis jetzt. Als die Tür endlich aufging, lächelte Cate tapfer. Einen Moment lang wirkte ihre Tante verwirrt, ihr kurzes weißes Haar hatte sie hastig aus dem Gesicht gestrichen. Ida war eine kleine Frau, kompakt gebaut und pragmatisch veranlagt. Sie trug einen ausgeblichenen blauen Hausanzug, der aussah, als hätte er bessere Zeiten gesehen. Pergamentartige, schlaffe Haut umrahmte ihre hellgrauen Augen. Idas Blick glitt zu einem Punkt hinter Cates Schulter, als stünde dort jemand, der ihr sagen konnte, wen sie vor sich hatte. »Tante Ida. Ich bin’s – Cate«, sagte Cate mit zusammengepressten Lippen. »Dereks Tochter«, fügte sie hinzu. »Ich wollte herkommen und dir eine Weile Gesellschaft leisten, weißt du noch?« Idas Gesicht blieb ausdruckslos. »Du hast gesagt, dass du dich freuen würdest …« Ida nickte langsam, als wäre sie bereit, alles zu glauben. »Oh! Wie schön! Ich muss da ein paar Termine durcheinandergebracht haben, das ist alles!« Ihre Tante machte eine vage Geste ins Innere des Hauses. »Es ist leider sehr unordentlich bei mir, Liebes. Es ging mir nicht so gut, und ich konnte nicht …« Nachdem sie kurz geschwiegen hatte, beeilte sich Ida, die Tür hinter Cate zu schließen, damit die Hitze draußen blieb. »Bitte komm rein, Liebes.« Cate folgte ihr durch das dunkle Haus in die Küche, stellte den Karton mit den Lebensmitteln auf den Esstisch und gab ihrer Tante, die sich allmählich mit der Situation anzufreunden schien, einen Kuss. »Ziemlich heiß da draußen«, sagte sie. Ida nickte. »Oh ja. Hinter uns liegen ein paar extrem heiße Tage, so viel ist sicher. Tagsüber halte ich die Türen geschlossen, nur nachts mache ich alles auf, um die kühle Nachtluft reinzulassen.« Sie sah sich um. »Die Hitze hat mich so angestrengt, dass ich es nicht geschafft habe, aufzuräumen«, erklärte sie entschuldigend. »Tut mir leid, dass es hier so chaotisch ist.« Cate winkte ab. »Mach dir keine Gedanken. Du solltest mal sehen, wie es bei mir aussieht! Überall Klamotten, alte Kaffeetassen, Schminkkram. Es ist …«, sie zögerte, »eine richtige Müllkippe.« »Nun ja. Magst du auch einen Tee?«, fragte ihre Großtante und ging Richtung Teekessel. »Ähm, nein. Ich trinke nie Tee, ich hab nie verstanden, was die Leute daran finden.« Cate nahm sich ein Glas und füllte es mit Leitungswasser. »Ein Glas Wasser reicht mir vollkommen. Aber setz dich doch, Tante Ida. Ich mach dir eine Tasse, und wir unterhalten uns darüber, was in der Zwischenzeit passiert ist.« Ihre Tante wirkte erfreut. Für Tee war es nie zu heiß. Im Haus sah es katastrophal aus. Als Cate sich schließlich auf den Weg in ein überzähliges Zimmer machte, versuchte sie die Panik zu unterdrücken. Überall lagen Stapel mit uralten Zeitungen herum, die aussahen, als wären sie nie gelesen worden. Alle Oberflächen waren mit einer dicken Staubschicht bedeckt, die Zimmer und der lange Hausflur waren völlig vermüllt. Die Fenster waren grau von Schmutz, und im Wäscheraum und im Gästezimmer türmte sich meterhoch Gerümpel, das höchstwahrscheinlich noch von ihrem toten Onkel Jack stammte. Ihre Tante lief aufgeregt hinter ihr her. »Das hier ist das richtige Zimmer, Liebes«, sagte sie. »Wir müssen nur ein bisschen aufräumen, dann wirst du es richtig gemütlich finden, versprochen.« »Es ist perfekt, Tante Ida«, sagte Cate. »Es dauert keine fünf Minuten, hier ein bisschen Platz zu schaffen«, behauptete sie, ließ ihre Handtasche auf das alte Bett fallen und drehte sich zu ihrer Tante um. »Danach helfe ich dir mit dem Rest des Hauses. Das wird ein Spaß«, fügte sie optimistisch hinzu. Ida wirkte leicht verdattert. »Oh. Ich will dir nicht zur Last fallen, Liebes. Es ist gut so, wie es ist. Du brauchst dich nicht um meinen Kram zu kümmern. So weiß ich immer, wo alles ist.« Cate nickte. »Natürlich, das verstehe ich … es ist nur so, dass ich zurzeit nichts mit mir anzufangen weiß und mich gern irgendwie beschäftigen würde. Würde es dir etwas ausmachen, wenn wir deine Schätze mal zusammen durchsehen? Alte Dinge faszinieren mich«, versicherte sie ihrer Großtante. Was nicht stimmte. Wesentlich besser gefielen ihr neue, glitzernde Dinge wie Parfumflakons, glänzender Nagellack und die Bläschen in der Champagnerflasche, wenn die Korken knallten und die Party losging. Aber sie würde tun, was auch immer nötig war, um ihre Tante zu überzeugen. Vor einem Monat hatte sich Cates Leben von Grund auf verändert, und sie schaffte es einfach nicht, die Bitterkeit abzuschütteln. Es fühlte sich an, als wäre ihr Leben ein schlecht erzogenes Schoßhündchen, das nicht aufhörte, über ihr Gesicht zu lecken und Häufchen auf ihren Teppich zu machen. Deshalb hatte sie sich eine Auszeit genommen – um wieder durchatmen und sich vormachen zu können, dass sie ihr Leben unter Kontrolle hatte. Dass sie kein schlechter Mensch war. Dass sie nicht das größte Miststück aller Zeiten war. Als ihre Tante gegangen war, durchwühlte Cate ihre Reisetasche nach ihren Klamotten und stapelte sie auf der staubigen Frisierkommode. Ein paar alte Avon-Flaschen kippten um und fielen scheppernd übereinander. Cate inspizierte sie genauer, dann öffnete sie die oberste Schublade in der Hoffnung, dass sie leer war. Fehlanzeige. Die oberste Schublade war ein Friedhof für alte Toilettenartikel. Vorgebeugt studierte Cate die Etiketten. Die meisten Produkte wurden nicht mehr hergestellt, und der muffige Lavendelgeruch löste Brechreiz bei ihr aus. Sie versuchte es mit der zweiten Schublade, schob ein paar Stoffservietten mit Känguru-Motiv zur Seite und quetschte ihre Klamotten in die entstandene Lücke. Beim Betrachten ihrer Designer-T-Shirts, hautengen Jeans und Dessous kam sie zu dem Schluss, dass ihre Sachen an diesem Ort völlig fehl am Platz waren. Mit diesem Gefühl kannte sie sich aus. Erleichtert und etwas melancholisch begrüßte Cate später das Hereinbrechen der Nacht. Sie ging nach draußen, um den Rosenkakadus zu lauschen, die in der warmen Luft kreischten, und um den in Richtung Staudamm laufenden Schafen zuzusehen, die mit ihren kantigen Hufen kleine Staubwölkchen aufwirbelten. Als die Sonne untergegangen und das schwindende Tageslicht dem Grau der Dämmerung gewichen war, schaltete ihre Tante die Küchenlampe an und öffnete die Türen, um die kühle Abendluft hereinzulassen. Etwas berührte Cate am Bein, und sie schrak zusammen. Als sie nach unten sah, entdeckte sie das fröhliche Gesicht eines Border Collies, der sie erwartungsvoll musterte. »Hallo, Mac«, flüsterte sie und ging in die Knie. »Natürlich erinnere ich mich an dich. Wo treibst du dich an so heißen Tagen herum?« Sein Blick schien Richtung Maschinenschuppen oder vielleicht auch zum in sich zusammensinkenden Lehmziegelhaus zu schweifen. Wahrscheinlich gab es dort irgendwo einen tiefen kühlen Graben, in dem ein alter Hund dösend den heißen Tag verbringen konnte. Vermutlich war er den ganzen Tag in der Nähe des Staudamms unterwegs. Cate strich Mac übers Fell, bevor sie der Nacht den Rücken zukehrten und auf die Lichter des Hauses zugingen. Zum Abendessen bereitete Cate ein paar anständige Omeletts...


Hodgson, Anthea
Anthea Hodgson stammt aus West-Australien, wo sie auf einer Farm aufwuchs. Später zog sie nach Perth, wo sie zunächst als Radio-Produzentin arbeitete. Inzwischen lebt sie dort mit ihrem Mann und ihren Kindern und nutzt ihre Liebe zu Kaffee dazu, immer wach genug zu sein, um ihre Bücher schreiben zu können.
Besuchen Sie die Homepage der Autorin: http://www.antheahodgson.com/.

Anthea Hodgson stammt aus West-Australien, wo sie auf einer Farm aufwuchs. Später zog sie nach Perth, wo sie zunächst als Radio-Produzentin arbeitete. Inzwischen lebt sie dort mit ihrem Mann und ihren Kindern und nutzt ihre Liebe zu Kaffee dazu, immer wach genug zu sein, um ihre Bücher schreiben zu können.Besuchen Sie die Homepage der Autorin: http://www.antheahodgson.com/.


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