Die Heilige Schrift des Alten und Neuen Bundes
E-Book, Deutsch, 1392 Seiten
ISBN: 978-3-451-82700-6
Verlag: Verlag Herder
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der deutsche Text der »Herder-Bibel« besticht durch seine ausdrucksstarke Worttreue und die ihm eigene monumentale Sprachgewalt. Er bringt in unnachahmlicher Weise den spirituellen Erfahrungshorizont jedes einzelnen biblischen Buches zum Ausdruck und befähigt dadurch zu eigener tiefer geistlicher Erfahrung. Die Herder-Bibel behauptet dadurch – zumal als katholische Übersetzung – ihren festen Platz unter den Bibelübersetzungen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Das Buch Genesis
Die Anfänge der Welt und der Menschheit
Die Schöpfung und der Sündenfall
Der erste Schöpfungsbericht 1Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. 2Die Erde aber war wüst und leer. Finsternis lag über dem Abgrund und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. 3Da sprach Gott: Es werde Licht! Und es wurde Licht. 4Gott sah, dass das Licht gut war, und Gott schied zwischen dem Licht und der Finsternis. 5Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis nannte er Nacht. Es wurde Abend und es wurde Morgen: erster Tag. 6Nun sprach Gott: Es werde ein Gewölbe inmitten der Wasser und scheide zwischen Wasser und Wasser! Und es geschah so. 7Gott machte das Gewölbe und es schied zwischen den Wassern unterhalb des Gewölbes und den Wassern oberhalb des Gewölbes. 8Gott nannte das Gewölbe Himmel. Es wurde Abend und es wurde Morgen: zweiter Tag. 9Nun sprach Gott: Es sammle sich das Wasser, das unter dem Himmel ist, zu einer Ansammlung und es erscheine das trockene Land! Und es geschah so. 10Gott nannte das trockene Land Erde und die Ansammlung des Wassers nannte er Meer. Und Gott sah, dass es gut war. 11Dann sprach Gott: Es lasse die Erde Grünes hervorsprießen, Pflanzen, die Samen bringen, und Bäume, die Früchte auf der Erde tragen, in denen ihr Same ist! Und es geschah so. 12Die Erde brachte Grünes hervor, Pflanzen, die Samen bringen nach ihrer Art, und Bäume, die Früchte tragen nach ihrer Art, in denen ihr Same ist. Und Gott sah, dass es gut war. 13Es wurde Abend und es wurde Morgen: dritter Tag. 14Nun sprach Gott: Es sollen Leuchten werden am Gewölbe des Himmels, damit sie scheiden zwischen dem Tag und der Nacht; sie sollen als Zeichen dienen für Festzeiten, Tage und Jahre. 15Sie sollen Leuchten sein am Gewölbe des Himmels, um über die Erde zu leuchten. Und es geschah so. 16Gott machte die beiden großen Leuchten, die größere Leuchte zur Herrschaft über den Tag, die kleinere Leuchte zur Herrschaft über die Nacht, dazu die Sterne. 17Gott setzte sie an das Gewölbe des Himmels, damit sie über die Erde leuchten, 18damit sie über den Tag und über die Nacht herrschen und zwischen dem Licht und der Finsternis scheiden. Und Gott sah, dass es gut war. 19Es wurde Abend und es wurde Morgen: vierter Tag. 20Nun sprach Gott: Es sollen die Wasser wimmeln vom Gewimmel lebendiger Wesen und Vögel sollen über die Erde am Gewölbe des Himmels hinfliegen! Und es geschah so. 21Gott schuf die großen Seetiere und alle lebendigen Wesen, die sich regen und von denen das Wasser wimmelt, nach ihren Arten, und alle geflügelten Vögel nach ihren Arten. Und Gott sah, dass es gut war. 22Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und vermehrt euch und erfüllt das Wasser in den Meeren mit Leben und die Vögel sollen sich vermehren auf der Erde. 23Es wurde Abend und es wurde Morgen: fünfter Tag. 24Nun sprach Gott: Die Erde bringe lebendige Wesen hervor nach ihren Arten: Vieh, Kriechtiere und Wild des Feldes nach ihren Arten! Und es geschah so. 25Gott machte das Wild des Feldes nach seinen Arten, das Vieh nach seinen Arten und alle Kriechtiere auf dem Erdboden nach ihren Arten. Und Gott sah, dass es gut war. 26Nun sprach Gott: Lasst uns den Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels, über das Vieh und über alles Wild des Feldes und über alle Kriechtiere auf dem Erdboden! 27Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn, als Mann und Frau schuf er sie. 28Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch und bevölkert die Erde und macht sie euch untertan! Herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen! 29Dann sprach Gott: Seht, ich übergebe euch alle Pflanzen, die Samen bringen auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen: das sei euere Nahrung. 30Allen Tieren des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt und Leben in sich hat, gebe ich alle grünen Pflanzen zur Nahrung! 31Und es geschah so. Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Es wurde Abend und es wurde Morgen: sechster Tag. 2So wurden Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer vollendet. 2Gott vollendete am siebten Tag sein Werk, das er gemacht hatte, und ruhte am siebten Tag von seinem ganzen Werk, das er gemacht hatte. 3Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn, denn an ihm ruhte er von seinem ganzen Schöpfungswerk. 4aDies ist die Entstehungsgeschichte des Himmels und der Erde, als sie erschaffen wurden. Der zweite Schöpfungsbericht. Das Paradies 4bAm Tag, da Gott, der Herr, Himmel und Erde schuf, 5gab es auf der Erde noch keine Feldsträucher und es wuchsen noch keine Feldpflanzen. Denn Gott, der Herr, hatte es noch nicht auf die Erde regnen lassen und der Mensch war noch nicht da, um den Erdboden zu bebauen. 6Da stieg Feuchtigkeit von der Erde auf und tränkte das ganze Land. 7Dann bildete Gott, der Herr, den Menschen aus Staub von dem Erdboden und blies in seine Nase einen Lebenshauch. So wurde der Mensch ein lebendes Wesen. 8Gott, der Herr, pflanzte einen Garten in Eden, im Osten, und setzte den Menschen hinein, den er gebildet hatte. 9Und Gott, der Herr, ließ aus der Erde allerlei Bäume wachsen, verlockend anzusehen und gut davon zu essen, den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. 10Ein Strom ging von Eden aus, um den Garten zu bewässern, und von dort teilte er sich in vier Arme. 11Der Name des einen ist Pischon: Er umfließt das ganze Land Hawila, wo Gold vorkommt. 12Das Gold dieses Landes ist vorzüglich; dort gibt es auch Bdelliumharz und den Schoham-Edelstein. 13Der Name des zweiten Flusses ist Gihon: Er umfließt das ganze Land Kusch. 14Der Name des dritten Flusses ist Tigris: Er fließt östlich von Assur. Der vierte Fluss ist der Eufrat. 15Gott, der Herr, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und bewache. 16Und Gott, der Herr, gab dem Menschen dieses Gebot: Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen. 17Von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen aber darfst du nicht essen. Denn am Tag, da du davon isst, musst du sicher sterben. 18Dann sprach Gott, der Herr: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht. 19Gott, der Herr, bildete noch aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und er führte sie zum Menschen, um zu sehen, wie er sie benennen würde: so, wie der Mensch sie benennen würde, sollte ihr Name sein. 20Da gab der Mensch allem Vieh und den Vögeln des Himmels und allem Wild des Feldes Namen. Aber die Hilfe, die dem Menschen entsprochen hätte, fand er nicht. 21Nun ließ Gott, der Herr, einen tiefen Schlaf über den Menschen fallen und dieser schlief ein; er nahm eine von seinen Rippen und schloss das Fleisch an ihrer Stelle zu. 22Dann baute Gott, der Herr, die Rippe, die er vom Menschen genommen hatte, zu einer Frau und führte sie zum Menschen. 23Da sprach der Mensch: Das ist endlich Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch! Diese soll Frau heißen, weil sie vom Mann genommen ist. 24Darum wird der Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und sie werden zu einem Fleisch. 25Beide waren nackt, der Mensch und seine Frau. Aber sie schämten sich nicht voreinander. Der Sündenfall 3Die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte. Sie sprach zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft nicht von allen Bäumen des Gartens essen? 2Die Frau antwortete der Schlange: Von den Früchten der Bäume des Gartens dürfen wir essen. 3Nur von den Früchten des Baumes, der mitten im Garten steht, hat Gott gesagt: Ihr sollt nicht davon essen und nicht daran rühren, damit ihr nicht sterbt. 4Darauf sprach die Schlange zu der Frau: Keineswegs, ihr werdet nicht sterben. 5Vielmehr weiß Gott, dass an dem Tag, da ihr davon esst, euch die Augen aufgehen und ihr sein werdet wie Götter, die Gutes und Böses erkennen. 6Die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre, er lieblich anzusehen war und es begehrenswert wäre, Einsicht zu gewinnen. Und sie nahm von seiner Frucht und aß und gab davon auch ihrem Mann, der bei ihr war, und er aß. 7Nun gingen beiden die Augen auf und sie erkannten, dass sie nackt waren. Deshalb flochten...