Ein christliches Antidepressivum
E-Book, Deutsch, 184 Seiten
ISBN: 978-3-374-07756-4
Verlag: Evangelische Verlagsanstalt
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Garth ist begeistert von den wissenschaftlichen Fakten über die Entstehung der Welt, über die Faszination der kosmischen Hintergrundstrahlung und über das Wunder der menschlichen DNA. Er schwärmt von der genialen Kommunikationsoffensive des Schöpfers, von der Wiederauferstehung Israels und von der größten Überraschung seines Lebens: Gott gibt’s tatsächlich und er schenkt das faszinierende Erlebnis seiner Nähe. Garth erzählt autobiografisch von einer Entführung in Indien, vom Fall der Berliner Mauer und von Begegnungen mit inspirierenden Menschen. Er fragt nach dem, was uns glücklich macht und was unser Leben gelingen lässt, auch wenn wir mitunter dunkle Täler von Leid und Trauer durchschreiten.
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5. FASZINATION:
DER KOMPLIZIERTESTE CODE DER WELT
Eigentlich können wir uns eine Schöpfung aus dem Nichts nicht vorstellen. Unser gesamtes Denken geht immer vom Vorfindlichen aus. Die Frage, was vor dem Urknall war, ist nicht möglich, weil davor nichts war, weder Zeit, noch Raum, noch Energie, noch Materie, noch Naturgesetze, noch Naturkonstanten. Einfach nichts. Es gibt kein Davor. Und dann geschieht das Unglaubliche. Aus dem absoluten Nichts heraus entsteht die Schöpfung. Ein Punkt, der kleiner war als ein Atomkern, Singularität genannt, und trotzdem war schon alles drin: Raum und Zeit, die Naturkonstanten, die gesamte Masse und alle Energie des späteren Universums. Nicht nur eine ganze Welt wurde von einem Punkt aus gestartet, auch das menschliche Leben beginnt von einem Punkt aus, nämlich von einer winzigen Zelle. Dort befindet sich im Zellkern ein exakter Bauplan, der in jeder Zelle des Organismus als lineare Abfolge kleiner molekularer Baueinheiten – den sogenannten Basen – codiert vorliegt. Dieser genetische Code enthält auf der materiellen Basis von DNA die gesamte Erbinformation eines Menschen. Sie steuert die Entwicklung, das Wachstum, den Stoffwechsel und viele weitere biologische Prozesse. Jede unserer 100 Milliarden Nervenzellen, jede unserer sieben Millionen Sehzellen, jeder unserer 600 Muskeln ist durch die DNA programmiert. In einer einzigen Zelle ist alles angelegt, was es braucht, ein Mensch zu werden. Sieben Jahre später sitzt er in der Schule, und zwanzig Jahre danach hat er einen Partner und gibt seine Erbinformation weiter. Die beiden schlafen miteinander und über eine Million Spermien begeben sich auf die Jagd. Ihr Ziel: eine Eizelle. Dort einzudringen ist deren sehnlichstes Verlangen. Das sportlichste Spermium erreicht sein Ziel. Es folgt die grandiose Befruchtung. Der Zellkern des männlichen Spermiums und der Zellkern der weiblichen Eizelle bewegen sich aufeinander zu, lassen alle Hüllen fallen, und ihre Chromosomen formen sich zu 23 Paaren. Ein neuer Mensch entsteht, eine absolut einmalige Mixtur aus Mutter und Vater, Musikalität, Vergesslichkeit, der wippende Gang, die Vorliebe für Marzipan, die Locken auf dem Kopf, die Größe des Körpers, die lange Nase, die braunen Augen, die Organisation des Zellstoffwechsels, alles wird weitergegeben und gemixt. Kurz nach der erfolgreichen Befruchtung kommt der schnellste Kopierer der Welt in Gang. Die ungeheure Datenmenge der gesamten neu gemischten DNA wird aller 20 Minuten komplett kopiert. Man nennt das Zellteilung. Alle in einer Zelle vorhandenen Gene bilden das Genom. Erst 2021 ist das menschliche Genom vollständig entschlüsselt worden. Es besteht aus 3,2 Milliarden Basenpaaren. Der Mediziner Christian Springer hat sich den Spaß gemacht, einmal auszurechnen, wieviele Bände von Harry Potters »Stein der Weisen« nötig wären, um diese Datenmenge zu erfassen. Er kommt dabei auf die Zahl von 4267 Büchern. Ein Potter-Band ist 3,3 cm dick. Übereinander gestapelt würde das die Höhe von 141 m ergeben, was in etwa der Höhe des Kölner Doms entspricht. Diese gewaltige Datenmenge von 3,2 Milliarden Basenpaaren hat eine Länge von gut zwei Metern und befindet sich zusammengefaltet im winzigen Zellkern. Die Länge der gesamten DNA in einem Menschen beträgt in etwa 150 Milliarden Kilometer, was 1000 mal der Strecke von der Erde zur Sonne entspricht. Das Genom enthält die gesamte Erbinformation des Menschen in verschlüsselter Form. Die Frage ist: Wie ist dieser intelligente Code entstanden? Woher kommt der genetische Code? Klar, von den Eltern. Das verschiebt aber das Problem lediglich um eine Generation nach vorn. Wer hat diesen Code geschrieben? Die Eltern nicht. Wer dann? Wir wissen, dass Information nicht-materiell ist und dass Materie Information übertragen kann. Das haben Spermium und Eizelle bei der Befruchtung erfolgreich realisiert. Aber wie entsteht Information? Ist der genetische Code irgendwann spontan entstanden? Kann Information überhaupt zufällig entstehen? Darüber zerbrechen sich Wissenschaftler den Kopf und gelangen je nach weltanschaulicher Vorüberzeugung zu unterschiedlichen Resultaten. Die Anhänger eines säkularen Weltbildes sagen: Da es die Erbinformation tatsächlich gibt und da ein Schöpfergott ausgeschlossen wird, muss sie irgendwie entstanden sein. Von diesem Faktum ausgehend kommen sie zu dem Schluss, dass das Zusammenspiel von Materie und Energie zur Bildung von Information führt, die für das Leben in seiner biologischen Komplexität notwendig ist. Der kämpferische Atheist und Evolutionsbiologe aus Oxford, Richard Dawkins, illustriert in seinem Buch »Der blinde Uhrmacher« die intelligente Kreativität evolutionärer Prozesse mit dem Beispiel einer Automatikuhr, die sich durch zufällige Bewegungen selbst aufzieht. Blinde Zufälle produzieren etwas Sinnvolles, nämlich die Messung von Zeit. Dieses Gedankenexperiment lässt aber außer acht, dass die gesamte Apparatur nur funktioniert, weil ein geschickter Uhrmacher dieses intelligente System geschaffen hat. Einige Wissenschaftler sehen in den Naturgesetzen die gestalterische Fähigkeit zur Informationsbildung. Das Problem dieser These besteht darin, dass die Naturgesetze eine Nachschrift sind. Sie beschreiben die Wirklichkeit, aber sie erzeugen keine Ereignisse. Aber selbst wenn den Naturgesetzen die kreative Fähigkeit zur intelligenten Systembildung innewohnen würde, stellt sich die Frage: Was ist der Ursprung der Naturgesetze? Der dialektische Materialismus des 19. Jahrhundert hatte eine simple und einleuchtende Erklärung: Die Naturgesetze sind ewig. Sie waren schon immer da, wie auch die Materie ohne Anfang und Ende ist. Das aber ist, so die überwältigende Forschermeinung, durch die Urknall-Theorie widerlegt. Die Naturgesetze, die Naturkonstanten, Raum, Zeit und Materie sind geschaffen. Sie entstanden aus dem Nichts. Ein weiterer Lösungsversuch, um die Entstehung von Information aus lebloser Materie zu erklären, besteht darin, den Materiebegriff zu verändern. Schließlich muss der Hang zu intelligenter Systembildung irgendwo herkommen. Materie ist demnach nicht mehr einfach tot und leblos. Sie wird nun selbst zur planenden und schaffenden Instanz. Sie besitzt aus sich heraus die kreative Kapazität, sich zu intelligenten, komplexen Bioorganismen zu organisieren. Diese Grundannahme hat sich tief in das populäre Denken eingenistet und findet seinen volkstümlichen Ausdruck in Sätzen, die sich bei Biologielehrern und anderen Welterklärern großer Beliebtheit erfreuen: »Das hat die Natur so eingerichtet«, »Da hat sich die Natur etwas dabei gedacht«. Die Natur bzw. die Materie kann hier etwas, das eigentlich nur Gott und der Mensch kann: denken und sinnvolle Dinge planen und schaffen. Mit anderen Worten: Die Materie bekommt hierbei eine religiöse Dimension und Dignität. Die Entstehung der DNA ist möglich, weil die Natur kreativ ist. Gott als uns unendlich überlegene kreative und machtvolle Intelligenz wird ersetzt durch eine intelligente, wollende und kreative Materie. Im Grunde ist das Pantheismus. Diese über 2000 Jahre alte Lehre besagt, dass Gott und Materie identisch sind. Gott geht sozusagen in der Materie auf. Mit anderen Worten: Der atheistische Glaube an die kreative Kraft der Natur ist eine säkulare Variante des Pantheismus. Gott wird entpersonalisiert und als Materie gedacht. Diese bringt nun all die wunderbaren Dinge fertig, welche religiöse Leute Gott zuschreiben. Die Frage, die sich mir stellt: Ist es logischer und einfacher, entweder an eine zufällige Organisierung von Materie zu glauben oder an einen intelligenten Schöpfer? Bedeutet der Glaube an die kreative Potenz der Materie nicht ein großes und blindes Vertrauen in die Macht der Natur, die es irgendwie hinbekommen hat, dass hochkomplizierte, schlaue Systeme entstanden? Leblose Materie hat keine inhärente Fähigkeit, Leben zu erzeugen. Leben entsteht aus einer Kombination komplexer chemischer Prozesse und Strukturen, die als biologische Systeme bezeichnet werden. Diese biologischen Systeme basieren auf der Organisation und Interaktion von Molekülen, die durch spezifische genetische Informationen gesteuert werden. Es bleibt das große Rätsel, woher diese Information kommt. Wie war deren Entstehung möglich? Letztlich geht es um die Frage, ob kodierte Information zufällig und ohne intelligente Quelle entstehen kann. Hat jede kodierte Information einen geistigen Urheber und Absender? Ist leblose Materie in der Lage, kodierte Information zu erzeugen? Wissenschaftler mit einem materialistischen, immanent-kausalen Weltbild haben hier ein Problem, weil die zufällige Entstehung von kodierter Information nirgendwo belegbar ist. Intelligente, dazu noch hochkomplexe Organisationssysteme, wie wir sie en masse in der Natur vorfinden, entstehen nicht einfach so. Sie weisen hin auf einen intelligenten Urheber. Zur Bildung von intelligenten Biosystemen genügt nicht das alleinige Zusammenwirken von Energie, Materie und Zeit. Es braucht einen Bauplan (Information), zweckgerichteten Einsatz von Energie und intelligent gestaltete Materie, diese drei. Ohne die Zufuhr von Information können sich keine informationsreichen Strukturen entwickeln, die für das biologische Leben die Voraussetzung sind. Die Existenz komplexer und spezifischer Information benötigt eine wollende, schaffende, intelligente Quelle. Der Physiker, Biochemiker und Mitbegründer der Mikrobiologie Louis Pasteur hat im 19. Jahrhundert einen Grundsatz aufgestellt, der nach wie vor nicht widerlegt ist: Omne vivum ex vivo (Jedes Leben kommt von Leben). Die DNA als Produkt zufälliger Organisierung von Materie zu erklären, nicht aber als ein wollendes...