Fuchs / Messner | Die Führungskunst der Jedi | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 236 Seiten, E-Book

Reihe: Haufe Fachbuch

Fuchs / Messner Die Führungskunst der Jedi

Anleitung zur persönlichen Entwicklung als Führungskraft

E-Book, Deutsch, 236 Seiten, E-Book

Reihe: Haufe Fachbuch

ISBN: 978-3-648-17800-3
Verlag: Haufe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der Star Wars-Kosmos bildet im gesamten Buch die tragende Analogie und zeigt den Entwicklungsprozess hin zu einer erfolgreichen Spitzenführungskraft des 21. Jahrhunderts. Die Autoren Michael Fuchs und Jochen Messner zeigen die Ambivalenz und Spannung unserer unberechenbaren Welt und bieten Orientierung für Krisensituationen. Kurz: Das Buch bietet eine Anleitung zur Wiederentdeckung der wesentlichen Dimensionen moderner Führungskultur.

Inhalte:

- Bezugssysteme verstehen
- Dysbalancen der gewohnten Management-Welt
- Mentoring als Führungsinstrument
- Der Weg der Jedi als Führungsentwicklung
- Ganzheitliche Führungsentwicklung mit dem Quaternitäts-Prinzip
- Radikale Selbstverantwortung und transpersonale Führung

Neu in der 2. Auflage:

- Jetzt mit Workbookanteil
- Erfahrungsberichte aus der Praxis
- Wie man mit den Archetypen im Businessalltag arbeiten kann

Die digitale und kostenfreie Ergänzung zu Ihrem Buch auf myBook+:

- Zugriff auf ergänzende Materialien und Inhalte
- E-Book direkt online lesen im Browser

Jetzt nutzen auf mybookplus.de.
Fuchs / Messner Die Führungskunst der Jedi jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


1.1 Komplexität als Realität
Star Wars ist Science Fiction, Abenteuer, Mythologie, weit weg in einer anderen Zeit, in einer anderen Galaxie – das Star-Wars-Universum entspricht trotzdem genau der Welt, in der du lebst. Schon der berühmte Vorspann, der sich als Text langsam von dir weg in den Raum bewegt, gibt dir eine Idee von dem grundsätzlichen Konflikt, um den es hier geht3, und du nimmst an, dass es eine mögliche Hoffnung im Lichte eines Konfliktes von galaktischen Ausmaßen gibt. Bei diesem handelt es sich um Bürgerkrieg, Rebellen, Raumschiffe, ein böses Imperium, Spione, Geheimpläne, eine absolut todbringende Waffe von der Größe eines Sterns, finstere Agenten und eine Prinzessin, die ihr Volk retten und den Frieden wieder herstellen will. Zwei Droiden tauchen auf, der eine in humanoider Form, der andere zylindrisch, die wesentlich menschlicher wirken als viele der eher roboterhaft agierenden Menschen in der Story. Die Sturmtruppen des Imperiums hingegen sind maskiert und ausdruckslos, während die Gesichter der Rebellen sichtbar sind und Angst und Anspannung ausdrücken. Zu diesem Zeitpunkt in der Geschichte wird alles eher schwarz und weiß gehalten. Da sind die weiß gekleidete, anmutig heroische Prinzessin und der männliche, schwarze Antiheld: Darth Vader, der dunkle Lord, und Prinzessin Leia, die strahlende Heldin. Auf der äußeren, sichtbaren Ebene erzählen die Star-Wars-Filme von allgemeinen Konflikten und Zuständen, die wir auch in unserer heutigen Gesellschaft kennen: u.?a. von der Dominanz und Herrschaft des Patriarchats, das als übermächtiger Sternenkreuzer das kleine Rebellenschiff als Symbol für ein prozessorientiertes, lebendiges, soziales System angreift. Auf der psychischen bzw. inneren Ebene wiederum erzählen die Filme von der Überbetonung des Bewusstseins, der Ratio, der Außenorientierung und Kontrolle gegenüber den unbewussten, intuitiven, introvertierten, vielfältigen Aspekten unseres Lebens – die innere und äußere Welt im Ungleichgewicht. Diese Dysbalance findest du ebenfalls in den uns so vertrauten ökonomischen Institutionen der Arbeitswelt wieder. Viele Organisationen beharren darauf, dass die Ursachen und die Lösung ihrer Probleme irgendwo in den äußeren Umständen auszumachen sind. Sie projizieren unbewusst ihre ungelösten Konflikte und Schwierigkeiten auf ihre Mitarbeiter, Partner oder Kunden. Sie suchen in der äußeren Welt zudem nach Antworten auf die Frage: »Wie werden wir noch bedeutsamer, noch effektiver«, und vergessen dabei, das Innere, sozusagen die menschliche Dimension, zu berücksichtigen. Die leitenden Kräfte dieser Organisationen, Männer wie Frauen, verteidigen eine einseitige Sammlung an Glaubenssätzen, also was man unbedingt tun oder lassen sollte, um die Firma zu entwickeln und zu erhalten. Zwischenmenschliche Beziehungen werden anhand von Organigrammen dargestellt und beständiges ökonomisches Wachstum als eine kluge Langzeitstrategie für die Gesellschaft gesehen. Es ist das Newtonsche Glaubensmodell von Linearität, simpler Ursache-Wirkungs-Dynamik und reduktionistischer Logik unserer Technologiegesellschaft. Gefüttert wird dieses Denkmodell dadurch, dass es allein eine einzige Sichtweise zulässt und es versucht wird, die andere Seite unserer Realität auszublenden: nämlich komplexe dynamische Zusammenhänge und Verflechtungen, unendliche Variationen, Vielfalt und synchrone Ereignisse. Einsicht Das Drama unserer sogenannten Moderne ist, dass der Geist des naiven Rationalismus die komplexe Wirklichkeit, die wir erschaffen haben, nicht mehr beherrscht. Wir denken immer noch, die Welt sei verstehbar, alles könne geplant und geordnet werden. Mithilfe von Statistiken und Zahlen versuchen wir, die Welt zu kontrollieren. Wir haben dabei vergessen, dass es Geheimnisse gibt, und verkennen, dass wir die Welt niemals ganz verstehen werden. Früher gab es in allen Kulturen wirksame Lehren über das Göttliche, dem wir einen Teil unserer Macht abtreten konnten, um uns vor unserer Selbstüberschätzung zu bewahren. Ohne dass es unser Eingreifen erforderte, konnten sich so die Mächte von Selbstorganisation und Selbstregulation frei entfalten. Heute steuern Vertreter der rationalen Ökonomie unsere Geschicke und verlassen sich bei ihren Prognosen auf Wahrscheinlichkeitsrechnungen, völlig ignorierend, dass jede Messung immer mehr oder weniger fehlerhaft ist. Diese illusionäre Annahme, mithilfe der Statistik die Welt unter Kontrolle zu haben, führt zu erhöhter Risikobereitschaft – das Ergebnis dieser Selbstüberschätzung war in den vergangenen Wirtschafts- und Staatskrisen für jeden von uns deutlich erlebbar. Durch diese »Alles im Griff«-Mentalität wird unsere Welt immer fragiler. Wir müssen uns daher einer anderen Realität öffnen, in der sich zwar viele physikalische Vorgänge recht gut vorhersagen lassen, nicht aber die Ereignisse sozialer Systeme. Glücklicherweise kehrt die Akzeptanz, dass hochkomplexe Systeme wie die menschliche Gemeinschaft niemals ganz verstanden und kontrolliert werden können, mehr und mehr in das Bewusstsein gesellschaftlicher Institutionen und wirtschaftlicher Organisationen zurück. Doch was hat das alles mit einer unschuldigen Prinzessin und einem verbitterten Kriegsstrategen zu tun? Nun, zumindest sehen wir das Imperium bei jedem Versuch, die Galaxie zu kontrollieren oder den Ausgang einer Schlacht vorherzusagen, regelmäßig scheitern. Immer funkt ihnen die Unberechenbarkeit eines einzelnen Menschen oder einer kleinen Gruppe von Freunden bzw. Verbündeten dazwischen. Doch ganz so plakativ und simpel wie im Film ist die Realität der Unternehmenswelt nur selten. Um die grundlegende Dynamik komplexer Phänomene zu erfahren und die Dysbalancen besser zu begreifen, hilft es daher zunächst, ein stark vereinfachtes Modell als Krücke zu benutzen. Drei-Schichten-Modell der organisationalen Psyche Grundlegend existieren in jedem komplexen dynamischen System drei Ebenen oder Schichten mit verschiedenen Elementen: offensichtliche Elemente, für alle Beteiligten erkennbar wie die Spitze eines Eisbergs, die über die Wasseroberfläche hinausragt (1) sowie verborgene Anteile, deren Ausmaße tief hinunterreichen (2), und die mit der noch tieferen Welt des Ozeans in Kontakt (3) sind. Im Unternehmen bilden die drei Schichten die organisationale Psyche oder auch Unternehmenskultur ab. Sie unterteilen sich in: Abb. 2: Drei-Schichten-Modell der organisationalen Psyche die erste Schicht des »Offen-Sichtlichen«, in der sich beobachtbares Verhalten und sichtbare Artefakte der Kultur zeigen, wie zum Beispiel die Ansprache per »Sie« oder »Du«, der Dresscode des Unternehmens oder die Gestaltung der Arbeits­räume; die zweite Schicht der Beziehungen und Prozesse, in der sich die Qualität der Beziehungen von Unternehmensleitbildern, Strategien und Zielen ableiten lässt, während sich die noch etwas darunter angelegten Entwicklungsprozesse über die Werte der Organisation ausdrücken; in der dritten und tiefsten Schicht schließlich finden wir die grundlegenden, aber unbewussten Annahmen der Organisation über die Welt, den Markt, die Mitarbeiter. Wenn du die Grundannahmen deiner Organisation – die dritte Ebene – nicht ordentlich entschlüsseln kannst, wirst du nicht wissen, inwieweit die jeweiligen Werte und Beziehungsmuster tragfähig sind, bzw. die Artefakte an der Oberfläche nicht korrekt interpretieren. Mit anderen Worten: Die Essenz einer Kultur liegt in den Mustern ihrer Grundannahmen und erst nachdem du diese verstanden hast, wirst du mit Leichtigkeit die darüberliegenden Ebenen verstehen und angemessen damit umgehen. Die Mitglieder des Imperiums beispielsweise sehen im Bau eines funktionstüchtigen Todessterns (1. Ebene) den Beweis für die Übermacht ihrer Organisation. Diesem Artefakt liegen Werte und Überzeugungen wie »Sieg«, »Stärke« und »Sicherheit« zugrunde (2. Ebene). Hinterfragst du jedoch die tiefen Grundannahmen dieses Systems, wirst du wahrscheinlich mit den Themen »Die Welt ist ein Schlachtfeld« und »Individuelle Freiheit muss vernichtet werden« konfrontiert (3. Ebene). 1.1.1 Innere Arbeit
Menschen in Führungsfunktionen kommt bei der Wahrnehmung der Grundannahmen eine entscheidende Rolle zu. Deine Werte und Überzeugungen sind die Quelle, die eine zugehörige Gruppe Schritt für Schritt veranlasst, mit internen und externen Problemen auf eine bestimmte Art und Weise umzugehen. Wenn dein Einwirken auf dein Umfeld wiederholt funktioniert, wird das, was einmal nur deine Grundannahme war, allmählich zu einer gemeinsamen Grundannahme. Wenn eine Reihe grundlegender Überzeugungen erfolgreich bestätigt werden, definieren sie irgendwann Charakter und Identität einer gesamten Gruppe und können zu einem individuellen und gemeinsamen Verteidigungsmechanismus nach außen werden. Denn wir – Gruppen ebenso wie Einzelne – suchen nach Orientierung, Stabilität und Bedeutung in Form von haltgebenden Grundannahmen. Haben wir uns diese erst einmal angeeignet, blocken wir neue Sichtweisen mithilfe von Verleugnung, Projektion, Rationalisierung und anderen spannenden Defensivmechanismen, um unsere bestehenden Grundannahmen nicht ändern zu müssen. Kulturentwicklung im Sinne von Konfrontation und Veränderung grundlegender Überzeugungen ist schwierig, zeitaufwendig und angstbesetzt. Und genau darüber solltest du dir im Klaren sein, denn je mehr du an der Gestaltung der Organisation mitwirkst, desto stärker wirst du mit den »unsichtbaren« Kräften, Dämonen und Schatten der Organisation konfrontiert. Je besser du dich daher mit...


Fuchs, Michael
Michael Fuchs ist der No. 1 Experte für die Heldenreise im deutschsprachigen Raum. Als Gründer der Organisationsberatung five4success und Entwickler des GlobalCommunityGame®, trainiert er zukunftsorientierte Führungskräfte in nachhaltiger Entwicklung, integraler Arbeit, Flowtechniken und Neurofeedback.

Messner, Jochen
Jochen Messner ist der innovativste Übersetzer komplexer Management-Themen in gamifizierte Lernansätze. Als Mitbegründer der Organisationsberatung five4success und Entwickler des GlobalCommunityGame® begleitet er Menschen in Transformations-Prozessen zu herausragender Qualität in Arbeit, Führung und Persönlichkeit.

Michael Fuchs

Michael Fuchs ist der No. 1 Experte für die Heldenreise im deutschsprachigen Raum. Als Gründer der Organisationsberatung five4success und Entwickler des GlobalCommunityGame®, trainiert er zukunftsorientierte Führungskräfte in nachhaltiger Entwicklung, integraler Arbeit, Flowtechniken und Neurofeedback.





Jochen Messner

Jochen Messner ist der innovativste Übersetzer komplexer Management-Themen in gamifizierte Lernansätze. Als Mitbegründer der Organisationsberatung five4success und Entwickler des GlobalCommunityGame® begleitet er Menschen in Transformations-Prozessen zu herausragender Qualität in Arbeit, Führung und Persönlichkeit.


Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.