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E-Book, Deutsch, 208 Seiten

Frisch Mohammed

Prophet und Staatsmann

E-Book, Deutsch, 208 Seiten

ISBN: 978-3-7562-9009-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wer war Mohammed? In einer Zeit, in der der Islam kritisch betrachtet wird, trägt dieses Buch zu einem differenzierten und vorurteilslosen Blick auf dessen Propheten Mohammed bei. Hier finden sich grundlegende Informationen über Mohammed, seinen Lebensweg, seine religiösen Vorstellungen, seine Konzeption eines islamischen Staates, in dem der Glaube an den einen und einzigen Gott die Gesellschaft unmittelbar formt. Eine Würdigung Mohammeds aus abendländischer Sicht trägt zum Dialog der Religionen bei. Im Einzelnen (Auszug aus dem Inhalt): Lebensweg: Die Wurzeln Offenbarung und Berufung Prophet, Staatsmann, Kriegsherr Ein islamisches Reich Würdigung: Prophet Eine neue alte Religion Religiöser Führer Allahs Segen auf ihm Ausführliche Register erschließen die Inhalte des Korans.

Hermann-Josef Frisch, Jahrgang 1947 Studium Theologie und Sinologie zeitweilig Lehrauftrag Fachdidaktik Religion an der Universität Bonn 225 Buchveröffentlichungen in Theologie, Religionspädagogik, Religionswissenschaften mehr als 60 teilweise längere Reisen in unterschiedlichste Regionen Asiens
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Lebensweg
Die Wurzeln Menschen wachsen inmitten eines familiären, sozialen und religiösen Umfelds auf, das – positiv wie negativ – ihre Entwicklung beeinflusst und nicht zu unterschätzende Auswirkungen auf den Lebensweg eines Menschen hat. Deshalb sind in einem ersten Schritt die »Wurzeln« Mohammeds in seiner Heimatstadt Mekka darzustellen, die im 6. Jahrhundert nach Christus als Handels- und Pilgerstadt auf der arabischen Halbinsel eine herausragende Bedeutung hatte. Diese Stadt und das sowohl durch arabische Traditionen wie durch Handelsbeziehungen über die arabische Halbinsel hinaus geprägte Leben in ihr sind grundlegend für den Werdegang und auch den »Lebenserfolg« des Mohammed. Kalligrafie: arabisch »Muhammad« Die arabische Halbinsel im 6. Jahrhundert Die Geschichte des Islam beginnt auf der arabischen Halbinsel, ein gegenüber den Hochkulturen Ägyptens und des Zweistromlands (Mesopotamien) abgelegenes und rückständiges Gebiet. Durch die Ausbreitung der Wüsten und Steppengebiete veränderte sich die geringe Bevölkerung dieses Gebietes: Kleinbauern wurden zu Beduinen, sodass die Bevölkerung zweigeteilt war: eine sesshafte Bevölkerung in den wenigen Oasenstädten entlang der alten Handelswege und nomadisierende Beduinenstämme in den riesigen Gebieten dazwischen. Diese Menschen nannten sich selbst Araber. Von den Griechen des Altertums wurden die Stämme im Nordwesten Arabiens sarakenoi genannt, die »unter dem Zelt (griechisch skene) lebenden« Araber. Daraus ist später der Name Sarazenen geworden; sie spielten im europäischen Mittelalter eine große Rolle und wurden als Gefahr für Europa angesehen. Der Begriff ‘arab kann vom semitischen Wort für »Westen« (westlich Mesopotamiens) abgeleitet sein oder vom Wort abara, das »umherziehen, wandern« bedeutet und damit auf die nomadische Lebensweise der arabischen Stämme hindeutet (ähnlich bei den ebenfalls semitischen Hebräern). Es gab zwei Gemeinsamkeiten der arabischen Stämme: die arabische Sprache (eine der semitischen Sprachen), allerdings in vielen Dialekten, und eine vergleichbare Sozialstruktur mit genau festgelegten gesellschaftlichen Traditionen: Jeder Stamm wird auf einen gemeinsamen Ahnen zurückgeführt, die Blutsbande innerhalb des Stammes sind von höchster Bedeutung. Es wird meist innerhalb des Stammes geheiratet. Die unverzichtbare Bindung an den eigenen Stamm war in Wüste und Steppe eine notwendige Überlebenbedingung. Die Stämme befanden sich untereinander in einem permanenten Kriegszustand, bedingt durch Blutrache und Konkurrenz bei den Weide- und Wasserplätzen. Dass Mohammed diese Stämme geeint und zum »Volk der Araber« zusammengeführt hat, ist einer seiner großen Leistungen. Wirtschaftlich geprägt waren die Stämme durch Viehzucht, in den Küstengebieten auch durch Ackerbau, aber vor allem durch Handel. Die Weihrauchstraße aus dem Südosten der arabischen Halbinsel bis zum Mittelmeer war unter der Kontrolle der arabischen Beduinen. Im Süden und Südosten der Halbinsel (im Gebiet des heutigen Jemen und Oman) gab es Königreiche, im Norden die Reiche Ägyptens und Mesopotamiens, später auch das Reich der Naba täer mit Petra als Hauptstadt. In solch einer Umwelt war kein Raum für bildende Kunst, wohl aber für die Kunst der Rede: Das Wort war bei den Stammesversammlungen entscheidend; eine blumige und mit vielen Metaphern angereicherte Sprache entwickelte sich. Die Bedeutung der Dichter im späteren islamischen Bereich hat hier eine ihrer Wurzeln ebenso wie die islamische Kalligrafie. Religiös war Arabien im 6. Jahrhundert unterschiedlich geprägt: Es gibt animistische Vorstellungen: Berge, Quellen und andere Naturerscheinungen sind von Geistern, dschinns, beseelt, ebenso die Sterne, die am klaren Nachthimmel der Wüste zu sehen sind. Im ersten Jahrtausend vor Christus werden aus dem nördlichen Bereich (etwa aus Moab östlich des Jordan) Götter importiert, der Gott Hubal etwa. Parallel dazu entwickelten sich Vorstellungen von mehreren Gottheiten, von denen eine als oberste bekannt wird. Dieser oberste Gott wird »Allah« genannt, zusammengezogen aus dem arabischen Wort für Gott »ilah« und dem Artikel der = »al«: Allah, der Gott (kein Eigenname!). Auch verschiedene Göttinnen werden verehrt. Es gibt Juden auf der Halbinsel, einige Stämme, etwa in der Handelsstadt Medina, aber auch weiter südlich im heutigen Jemen, bekennen sich zum jüdischen Glauben. Ebenso finden sich christliche Gemeinden in einigen arabischen Handelsstädten. Der Legende nach soll bereits der Apostel Bartholomäus den Arabern gepredigt haben. Südlich von Mekka, an der heutigen Grenze zum Jemen, lag die christlich geprägte Stadt Nadschran. Zudem hatten sich christliche Einsiedler nicht nur in die Wüste Ägyptens, sondern auch auf die arabischen Halbinsel zurückgezogen. Dies waren judenchristliche Gruppen, eine frühe Gestalt des Christentums, die nicht vom Hellenismus überlagert worden war. Hinzu kamen aus Ägypten und Äthiopien monophysitische christliche Gruppen, die Jesus nur als Gott, nicht als Mensch (nur eine [mono] physis [Natur]) ansahen. Die religiöse Landschaft in Arabien vor und zur Zeit Mohammeds war bunt, sie wird von Muslimen als »Zeit der Unwissenheit« bezeichnet, da es noch keine Erkenntnis des einen und einzigen Gottes gab und kein muslimisches (hingebendes) Bekenntnis zu ihm. Die Stadt Mekka Die arabische Halbinsel lag im 6. Jahrhundert, zur Zeit der Geburt Mohammeds, im Einflussbereich der drei Kontinente Europa/Vorderer Orient, Afrika und Asien. Im Norden der arabischen Halbinsel endete der Einflussbereich des europäisch-oströmischen byzantinischen Reiches mit Konstantin opel als Hauptstadt und dem orthodoxen Christentum als Religion. Im Nordwesten gehörte auch Ägypten zu Byzanz, war aber von einer anderen Form des Christentums bestimmt. Zu dieser monophysitischen Richtung gehörte auch das afrikanische Abessinien/Äthiopien, das die südliche Westküste der arabischen Halbinsel beherrschte. Im Osten Arabiens dagegen hatte Persien Teile der Halbinsel unter seine Herrschaft gebracht – die letzten bedeutendenden Könige, Khosrow I. (531–578) und Khosrow II. (590–628), führten das sasanidische Reich zu einer letzten Blüte, bevor es durch die islamisch-arabischen Armeen im Jahr 642 zerstört wurde. In Persien selbst war zu dieser Zeit der Zoroastrismus als Religon vorherrschend; dies spielte aber in den persisch besetzten Teilen Arabiens keine Rolle. An den Rändern der arabischen Halbinsel herrschten demnach fremde Mächte aus Europa, Asien und Afrika. Doch dies galt nicht für das Innere Arabiens, das zur Zeit Mohammeds vor allem von gewaltigen Wüstengebirgen mit nur wenigen Oasen bestimmt war. Die wenigen Karawanenwege durch die Wüste waren nur den einheimischen Nomaden bekannt, alle ausländischen Armeen scheiterten im Innern dieses ca. 2,7 Millionen km2 großen Gebietes. Im überlieferten Geburtsjahr Mohammeds, 570 n. Chr., etwa gelangte eine Armee des äthiopischen Reiches von Aksum von Süden her bis vor die Tore Mekkas, musste aber ohne Erfolg umkehren. Weil die Äthiopier dabei einen Elefanten mitführten, wurde dieses Jahr das »Jahr des Elefanten« genannt. Der zentrale Bereich Arabiens war geprägt von kleineren Oasenstädten, die die Umschlagplätze für die Handelskarawanen waren, die über die Weihrauchstraße aus dem Süden in Richtung Mittelmeer zogen. In den riesigen Gebieten zwischen der sesshaften Bevölkerung in solchen Städten lebte eine nomadisierende Beduinenbevölkerung mit ihren Ziegen- und Kamelherden. Die Gesamtzahl der Menschen in dieser weithin unbewohnbaren Region war äußerst gering. Die wichtigste Stadt Zentralarabiens bereits der vorislamischen Zeit war Mekka, dies aus zwei Gründen: Zum einen lag Mekka am Knotenpunkt verschiedener Handelswege, es gab dort Karawansereien für Kaufleute aus allen Ländern, Handelsmessen und dadurch einen gewissen Wohlstand. Ein Handelsweg führte vom Weihrauchland im Süden (Oman/Jemen) nach Norden (Mittelmeer, Syrien), ein anderer durch die Halbinsel von West (Rotes Meer mit Ägypten) nach Ost (Persischer Golf mit Persien). Bereits in vorislamischer Zeit wurde die Stadt durch einen Staudamm geschützt, der die bei starken Regenfällen durch Überflutung eines Waddis gefährdete Stadt schützte. Inwieweit die Stadt durch Mauern und Stadttore gesichert wurde, ist nicht genau bekannt; eine Befestigung darf aber angenommen werden. In diesem Handelsort Mekka herrschte der Stamm der Quraisch (Kuraisch); die wichtigste Sippe darin war die der Banu Haschim, aus der Mohammed stammte. Das Selbstbewusstsein der Mekkaner war groß, man verstand die von Bergen umgebene Stadt als »Nabel der Welt« (gleiche Bezeichnung der Stadt Cusco durch die Inkas, oder ähnlich »Reich der Mitte« für China). Die...


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