Frank | Schneller als der Wind | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 592 Seiten

Frank Schneller als der Wind

2 Romane in einem Band

E-Book, Deutsch, 592 Seiten

ISBN: 978-3-522-62142-7
Verlag: Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Doppelter Lesespaß für Pferdefans:

"Das Pferd des Teufels":
„Schaut mal, das Pferd! Sieht es nicht aus, als sei es vom Teufel besessen?"
Anna ist verzweifelt. Warum hat Christopherus plötzlich ausgeschlagen und den Marktmeister verletzt? Ihr Rappe ist doch ein braves Pferd – und nun wird er beschuldigt, mit dem Teufel im Bunde zu sein. Anna bleibt nicht viel Zeit, seine Unschuld zu beweisen. Und dabei gerät sie selbst in Lebensgefahr ...

"Roter Blitz":
Der „Rote Blitz“ scheint das geborene Rennpferd zu sein. Trotzdem verliert er Wettkampf um Wettkampf. Denn Rennen werden nicht nur mit den Beinen gewonnen, sondern ebenso sehr mit dem Herzen. Doch nach und nach erkennt der Stalljunge Tommy, wie man den Siegeswillen des Wallachs wecken kann. Das Geheimnis heißt Freundschaft ...

2 außergewöhnliche Pferderomane
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Autoren/Hrsg.


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2
»Es regnete eine ganze Woche und ich bin mir sicher, der Himmel weinte seinetwegen …« FAN AUS ADELAIDE, SÜDAUSTRALIEN Tommy beugte sich tief über seinen Suppenteller, der offensichtlich bereits mindestens einmal geklebt worden war, und versuchte die Gespräche seiner Kollegen beim gemeinsamen Abendessen zu ignorieren. Immer noch drehte sich alles um das neue Pferd. »Ich finde, er sieht aus wie eine Kreuzung aus Känguru und räudigem Straßenköter«, sagte einer der jungen Jockeys gerade. »Auf jeden Fall nicht wie ein Rennpferd.« »Habt ihr seine Beine gesehen? Wie bei einem magersüchtigen Elefanten!« »Ja, und genau so hat er sie auch in den Boden gestemmt, als er sein Training für beendet erklärte.« Die anderen lachten wieder bei der Erinnerung an Phar Laps Verweigerung. »Ich glaube«, sagte Cashy leise, der neben Tommy saß, »ich glaube, Mr Telford weiß, was er tut. Wenn er sagt, das Pferd kann was, dann kann es auch was.« »He, hört euch unseren Pferdefachmann an«, scherzte ein anderer. »Kann kaum über den Tellerrand gucken, aber erkennt einen Champion, wenn er ihn nur einmal gesehen hat.« »Über den Tellerrand kann von euch ohnehin keiner gucken!«, nahm Tommy seinen jungen Freund in Schutz. In der Tat gehörte Cashy selbst unter seinen Kollegen zu den kleinsten. Und natürlich war das für einen Jockey kein Handicap, sondern ein großer Vorteil. Ein Vorteil, auf den Tommy verzichten musste. Er haderte ständig mit seiner Größe und machte weite Bögen um alles, was seinem Gewicht schaden konnte. Doch seine Laufbahn als Jockey schien nun, da er ausgewachsen war, ohnehin am Ende zu sein. Er war zu groß und zu schwer geraten, um auf den Rennbahnen dieser Welt ernsthafte Erfolge feiern zu können. Nach diesem Ausruf schwiegen die anderen für eine kurze Weile und als Tommy aufschaute, begegnete er Emmas Blick, die ihn über den langen Tisch hinweg ansah. Ihre Lippen verzogen sich zu einem Lächeln und stillschweigendes Einverständnis lag in ihren Augen. Während sich Tommy und seine Kollegen an den Kochkünsten von Emmas Mutter Mrs Bone erfreuten, stand Harry Telford in der Box seiner neuesten Erwerbung. Voll dunkler Gedanken starrte er auf das Pferd, das nur wenige Meilen entfernt, in der Küche der Pension für junge Jockeys, das Hauptgesprächsthema war. Der Fuchs fühlte sich sichtlich unwohl. Er trat unruhig von einem Lauf auf den anderen, während Mr Telford ihn musterte. Der prüfende Blick dieses Menschen gefiel ihm nicht. Er spürte, dass die Gedanken des Mannes um ihn kreisten, aber von der Wärme, die der Junge ausstrahlte und die ihm ein Gefühl der Sicherheit vermittelte, merkte er bei diesem Menschen nichts. Im Gegenteil. Dieser Mann brachte ihm kein Wohlwollen entgegen. Er wollte etwas von ihm. Aber was? Die Muskeln des jungen Hengstes zitterten, als er die tastende Hand des Menschen auf seinem Fell spürte, und er wandte den Kopf, so weit es ihm möglich war, ab. Harry Telford seufzte. Er konnte seine Enttäuschung über das Pferd nicht länger verbergen. Er wusste nicht, was genau er erwartet hatte, aber sicherlich nicht diesen heruntergekommenen Klepper, der nicht einmal genug Kraft besaß, seinen eigenen Kopf zu tragen. Was hatte Mr Davis gesagt? Sein Bruder müsse blind sein, wenn er auf dieses Pferd geboten habe? Nun, er hatte Hugh gebeten, das Pferd auf der Jährlingsauktion zu ersteigern. Und Hugh, sein in Neuseeland lebender Bruder, hatte sich lediglich an seine Anweisungen gehalten. Nicht mehr und nicht weniger. Ihm konnte man wohl kaum einen Vorwurf machen. Oder? Andererseits hätte er wahrscheinlich selbst nicht auf dieses Pferd geboten, wenn er eine Chance gehabt hätte, es vorher zu sehen. Hugh und er waren schon immer in allem unterschiedlicher Meinung gewesen, was Pferde anging. Vielleicht hatte er tatsächlich einen Fehler begangen, als er sich in dieser Angelegenheit auf das Urteil seines Bruders verließ. Noch einmal rief sich Harry Telford die Abstammung des Fuchses in Erinnerung, die er vor der Kaufentscheidung tage- und nächtelang geprüft hatte. Insbesondere in der weiblichen Linie hatte es einige Generationen zuvor mehrere Champions gegeben. Nein, er konnte sich einfach nicht derart verrechnet haben. Alles, was das Pferd brauchte, waren Erholung und anschließend ein hartes Training, um seine Disziplin, Ausdauer und Leistungsbereitschaft zu fördern. Und wenn er sich doch geirrt hatte? Nun, dann war ohnehin alles zu spät. Mr Telford wandte sich ab und verließ den Stall, ohne sich noch einmal nach Phar Lap umzusehen. Kaum war er gegangen, entspannte sich der Fuchs. Diesen Mann empfand er als Bedrohung und er war froh, dass er nun fort war. Andererseits war er jetzt wieder ganz allein und das Alleinsein gefiel dem jungen Pferd fast ebenso wenig. Seit den Tagen des Hungers, des Durstes und der Dunkelheit, die er hinter sich gebracht hatte, fürchtete er sich davor, allein zu sein, und sehnte sich nach jemandem, dem er vertrauen konnte und der für ihn sorgte. Einen Augenblick lang meinte der Fuchs den süßen Geschmack von Zucker auf der Zunge zu spüren, als ihm der andere Mann einfiel. Doch dann war dieser kurze Moment des Glücksgefühls wieder vorbei. Cashy drehte unsicher seine Mütze in den Händen, während er darauf wartete, dass Tommy sich von Emma verabschiedete. »Morgen ist Sonntag«, sagte Tommy. »Nachmittags habe ich frei.« Emma nickte und lächelte. Ein wenig verlegen löste sie die Schleife ihrer geblümten und verschmutzten Küchenschürze, die sie zum Schutz vor Flecken trug, und faltete sie zusammen. Sie hatten erst letzte Woche gewaschen, also musste sie ihre Kleider bis zum nächsten Waschtag schonen. Cashy betrachtete währenddessen eingehend die Flecken an der Holzdecke der Veranda. »Hast du vielleicht Lust auf eine Spazierfahrt?« Wieder nickte Emma und strich sich eine Strähne ihres kinnlangen, glänzenden Haares aus der Stirn. Ihr Lächeln wurde intensiver. »Dann hole ich dich um zwei Uhr ab?« »Zwei Uhr ist gut«, antwortete Emma und reichte Tommy die Hand, der sie etwas länger festhielt, als notwendig gewesen wäre. Cashy atmete erleichtert auf, als sein Freund endlich neben ihn trat. Doch Tommy wandte sich noch einmal um und winkte Emma zum Abschied zu, bevor er endlich auf sein Motorrad stieg, das vor dem Gasthaus stand. Die bordeauxrote Indian war sein ganzer Stolz. Sie hatte sogar einen elektrischen Anlasser und der Motor sprang jetzt auf Anhieb an. Während Tommy darauf wartete, dass Cashy hinter ihm Platz nahm, schaute er zu Emma hinüber, die immer noch auf der obersten Stufe der Treppe stand und ihnen hinterherblickte. Cashy klammerte sich fest, als Tommy Gas gab und die Straße entlangknatterte, als gäbe es kein Morgen. Geschwindigkeit, ob auf dem Rücken eines Pferdes oder auf dem Sattel eines Motorrads, war für beide das Größte. Doch manchmal – so glaubte Cashy in diesem Augenblick – übertrieb sein Freund ein wenig. Auf jeden Fall war er dankbar, als die kurze Fahrt vorbei war. Tommy stützte das Motorrad mit den Füßen ab, während Cashy herunterkletterte. Dann hob der Jüngere zum Gruß die Hand, bevor er sich umwandte und auf das kleine Haus zuging, in dem er mit seiner Mutter, seinem Bruder und seinen beiden Schwestern lebte. Nun konnte auch Tommy endlich nach Hause zu seiner Mutter und seinen Geschwistern fahren. Er freute sich immer noch täglich darüber, dass seine Familie, auf die er so lange hatte verzichten müssen, zu ihm nach Sydney gekommen war. Auch wenn das bedeutete, dass er nun nicht mehr wie die meisten seiner Freunde in der Pension von Emmas Mutter wohnte. Dennoch würde er Emma morgen sehen und sie für ein paar Stunden ganz für sich allein haben. Mit einem zufriedenen Lächeln bockte Tommy das Motorrad nach einer kurzen Fahrt auf und betrat das Haus seiner Mutter. Als Tommy Emma am nächsten Tag half in den Beiwagen zu klettern, ignorierte er geflissentlich die strengen Blicke von Mrs Bone in seinem Rücken, die ihm ihre Tochter offensichtlich nur äußerst unwillig anvertraute. Doch heute sollte ihm nichts und niemand die Laune verderben! Die Sonne schien vom Himmel und er freute sich auf eine Fahrt durch die Berge mit Emma an seiner Seite. Nach einer guten Stunde hatten sie die Stadt hinter sich gelassen und Tommy wunderte sich über die vielen Motorradfahrer, die sich vor und hinter ihnen die Bergstraße entlangschlängelten und sie in eine Wolke aus Staub und Abgasen einhüllten. »Bekommst du etwas von dem Schmutz ab?«, rief er Emma über den Motorlärm hinweg zu. »Etwas mehr als etwas!«, schrie Emma zurück. »Vielleicht solltest du an den Straßenrand fahren und warten, bis alle vorbei sind?« »O nein«, antwortete Tommy, »da habe ich eine viel bessere Idee!« Er lächelte Emma zu. »Pass gut auf!« Emma umklammerte mit festem Griff ihr Wolltuch, das sie sich zum Schutz vor dem Fahrtwind über die Schultern gelegt hatte, als Tommy nun den Gashebel bis zum Anschlag aufdrehte. Der Motor röhrte, während Tommy mit Emma im Beiwagen einen Motorradfahrer nach dem anderen überholte. Die Indian lag sicher in den Kurven und schien nicht die geringste Schwierigkeit mit dem steilen Anstieg zu haben. Innerhalb kürzester Zeit hatten sie alle anderen hinter sich gelassen. Tommy sah Emma Beifall heischend an und wollte sich soeben...


Frank, Astrid
Astrid Frank,1966 in Düsseldorf geboren, studierte Germanistik, Biologie und Pädagogik. Sie war als Lektorin und Übersetzerin in mehreren und für mehrere deutsche Verlage tätig und machte außerdem eine Ausbildung zur "Zoobegleiterin des Kölner Zoos". Nach dem Studium arbeitete sie für ein halbes Jahr in einer Buchhandlung und beleuchtete das Medium Buch damit von einer weiteren Seite. Seit 1998 schreibt sie Geschichten (für Kinder und Jugendliche). Astrid Frank lebt mit Mann, zwei Söhnen und Hund Aimee in Köln.


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