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E-Book, Deutsch, 208 Seiten

Fowler Sensorische Stimulation

Praxishandbuch für Pflegende, Ergotherapeuten, Heil- und Sonderpädagogen

E-Book, Deutsch, 208 Seiten

ISBN: 978-3-456-95456-1
Verlag: Hogrefe AG
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Für Menschen mit komplexen körperlichen und kognitiven Behinderungen ist die Anregung ihrer Sinne zentral, um Fähigkeiten, Persönlichkeit und Denkvermögen zu entwickeln und soziale Teilhabe zu ermöglichen. Kreative Ideen zur Stimulation von Tast-, Geschmacks-, Geruchs- und Sehsinn sind daher gefragt. Warum sensorische Stimulation sinnvoll ist, welche Aktivitäten möglich und leicht umsetzbar sind beschreibt dieses Praxishandbuch für Pflegende, Ergotherapeuten, Sonder- und Heilpädagogen. Der erste Teil des Buches präsentiert die theoretischen Grundlagen der sensorisch fokussierten Aktivitäten und erörtert, warum diese Aktivitäten angeboten werden. Er leitet zum Assessment von Fähigkeiten an und zeigt auf, wie sensorisch fokussierte Aktivitäten strukturiert und durchgeführt werden sollten. Der zweite Teil zeigt alltägliche Aktivitäten, wie die Zubereitung von Getränken und Speisen, Schönheitspflege und Haushalt sowie künstlerische und handwerkliche Arbeiten, die.zur Anregung der Sinne, für sinnvolle Beschäftigung, Genuss- und Lernförderung genutzt werden können. Die zahlreichen Assessments, Formblätter und Rezepte können kopiert und leicht in die tägliche Arbeit integriert werden.
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Zielgruppe


Pflegende, Ergotherapeuten, Heilpädagogen

Weitere Infos & Material


1;Sensorische Stimulation;4
1.1;Inhaltsverzeichnis;6
1.2;Danksagung;12
1.3;Geleitwort zur englischsprachigen Ausgabe;14
1.4;Einleitung;16
2;1. Was bedeutet sensorische Stimulation?;20
3;2. Die theoretischen Grundlagen der sensorisch fokussierten Aktivitäten;22
3.1;2.1 Die individualisiertesensorische Umgebung [The Individualised Sensory Environment (ISE)];22
3.2;2.2 Die Verknüpfung der Ansätze;33
4;3. Maximierung der Partizipation an sensorisch fokussierten Aktivitäten;36
4.1;3.1 Bevorzugte Aktivitäten und bevorzugte sensorische Systeme;36
4.2;3.2 Reizschwellen;37
4.3;3.3 Reduzierung der selbststimulierenden/selbstbezogenen Verhaltensweisen;37
4.4;3.4 Wahrnehmung des Umfeldes;37
4.5;3.5 Wahlmöglichkeiten und Kontrolle über das Umfeld;37
4.6;3.6 Förderung der Kommunikation;38
4.7;3.7 Ursache und Wirkung im Zusammenhang mit Objekten;38
4.8;3.8 Beschäftigung mit Objekten;39
4.9;3.9 Vermittlung von personobjektbezogenem Verhalten;39
4.10;3.10 Geeignete Materialien und Aktivitäten;39
4.11;3.11 Fähigkeiten einüben, Entscheidungen ermöglichen und Spaß haben;40
4.12;3.12 Kontakt zur Gemeinde;40
5;4. Assessment und Evaluation;42
5.1;4.1 Das Assessment;42
5.2;4.2 Exemplarisches Assessment: The skills enhancement unit;45
6;5. Strukturierung der sensorisch fokussierten Aktivitäten;48
6.1;5.1 Regeln zur Strukturierung der sensorisch fokussierten Aktivitäten;49
7;6. Einführung in Teil II;58
8;7. Vorbereitung der sensorisch fokussierten Aktivitäten und Maximierung der Partizipation;60
8.1;7.1 Vorbereitung der sensorisch fokussierten Aktivitäten und Maximierung der Partizipation;62
8.2;7.2 Aktivität – Blatt 1;63
8.3;7.3 Aktivität – Blatt 2;64
8.4;7.4 Bericht;65
8.5;7.5 Bericht;69
9;8. Aktivitäten;72
9.1;8.1 Getränke;72
9.2;8.2 Speisen;92
9.3;8.3 Körperpflege und Haushalt;116
9.4;8.4 Künstlerische und handwerkliche Arbeiten;131
10;Anhänge;154
10.1;Anhang 1: Fragebogen zum Beschäftigungsverhalten;156
10.2;Anhang 2: Sensorisches Assessment;161
10.3;Anhang 3: Selbstbezogene Verhaltensweisen;176
10.4;Anhang 4: Interessen;180
10.5;Anhang 5: Beschäftigungsverhalten: Checkliste;182
10.6;Anhang 6: Formblatt: Vorlieben und Abneigungen;184
10.7;Anhang 7: Formblatt: Die Kommunikation des Betroffenen und deren Bedeutung;186
10.8;Anhang 8: Formblatt: Zusammenfassung des sensorischen Assessments;187
10.9;Anhang 9: Formblatt: Bericht über die Arbeit im multisensorischen Raum (Musterexemplar);188
10.10;Anhang 10: Geräte, die für die sensorischen Aktivitäten gebraucht werden;191
10.11;Anhang 11: Geräte, mit denen multisensorische Räume gewöhnlich ausgestattet sind;193
10.12;Anhang 12: Die Vorteile, die sensorisch fokussierte Aktivitäten bieten und die Fähigkeiten, die nötig sind, um sie zu organisieren;194
10.13;Anhang 13: Hinweise für den Umgang mit UV-Licht;195
11;Verzeichnis englischsprachiger Literatur;196
12;Verzeichnis deutschsprachiger Literatur;198
13;Glossar;200
14;Sachwortverzeichnis;204


1. Was bedeutet sensorische Stimulation? (S. 19-20)

Unsere Sinne versorgen uns fortwährend mit Informationen: auf der Straße, auf dem Markt, beim Essen, morgens beim Aufstehen, Waschen und Ankleiden. Wir gewinnen Erkenntnisse über die Welt durch unsere Sinne und durch Interaktion mit unserer Umgebung. Kinder erforschen ihre Umwelt spielerisch und lernen sie dabei kennen; sie lernen, woran sie sich verletzen oder verbrennen können, was zerbrechlich und mit Vorsicht zu behandeln ist, was sie essen und womit sie spielen können. Dieser Erkundungsprozess hält ein Leben lang an. Indem wir uns bewegen, riechen, schmecken, fühlen, sehen und hören, erforschen wir neue Dinge und erfahren so etwas über deren Eigenschaften. Dies hilft uns zu entscheiden, ob ein neues Objekt oder eine neue Erfahrung uns gefällt oder nicht. Bedingt durch körperliche, sensorische oder geistige Behinderungen und/oder das Leben in einer reizarmen Umgebung haben viele Menschen nicht die Chance, ihre Umgebung zu erforschen und mit ihr zu interagieren. Die Auswirkungen eines reizarmen Umfeldes wurden an Kindern in osteuropäischen Waisenhäusern erforscht (Cermak/Daunhaur, 1997; Lin et al., 2005). Die Untersuchungen kommen zum Schluss, dass die «Umgebung von entscheidender Bedeutung für die sensorische Integration ist» (Cermak/Daunhaur, 1997: 500). Viele der Kinder waren «fast völlig stumm und zeigten selbststimulierende Verhaltensweisen, schaukelten vor und zurück, kratzten sich oder starrten auf ihre Finger» (Cermak und Daunhaur, 1997: 500).

Eines der Ziele sensorisch fokussierter Aktivitäten besteht darin, behinderten Menschen eine Umgebung zu bieten, in der sie ihre Sinne nutzen, d. h. sich bewegen, fühlen, riechen, schmecken, hören und sehen können. Menschen mit Behinderungen brauchen Unterstützung, um ihre Sinne nutzen und mit ihrem Umfeld interagieren zu können und so etwas über ihre Umwelt zu erfahren, z. B. durch Interaktion mit ihrem sozialen Umfeld, mit anderen Menschen oder mit ihrer materiellen Umgebung, die sie direkt zum Riechen, Schmecken, zum Greifen nach Gegenständen und vieles andere mehr animiert.

Sensorisch fokussierte Aktivitäten können das sensorische System aktivieren oder stimulieren und eine exzitatorische oder inhibitorische Wirkung erzielen. Bestimmte Formen der sensorischen Stimulation machen wach und aufmerksam, andere (z. B. Massage) wirken entspannend. Anders als die einmal wöchentlich durchzuführenden Programme zur sensorischen Stimulation werden sensorisch fokussierte Aktivitäten in den Alltag integriert. Viele Aktivitäten ermöglichen sensorische Erfahrungen: So können die Betroffenen unterstützt werden, Toilettenartikel anzufühlen oder zu riechen, man kann ihr Badewasser mit Duftölen versetzen, mit Lavendel gefüllte Säckchen in ihren Kleiderschrank legen oder ihnen verschiedene Sorten Tee oder Kaffee anbieten. Im Freien kann man ihnen helfen, Gras anzufühlen, trockene Blätter zu zerbröseln, Baumrinde anzufassen und an Blumen zu riechen.

Auch ein Ausflug in die Umgebung ermöglicht sensorische Erfahrungen: Man kann mit ihnen in eine Parfümerie oder auf den Markt gehen, wo eine Vielzahl von Geräuschen, Gerüchen und optischen Eindrücken geboten wird.

Aufmerksames Beobachten ist wichtig, denn Menschen mit Behinderungen reagieren manchmal nur minimal auf unterschiedliche Stimuli (z. B. wenden sie den Kopf, um den Wind im Gesicht zu spüren; sie werden ganz still, um die Geräusche ihrer Umgebung wahrzunehmen oder sie schauen sich die hellen Lichter im Einkaufszentrum an). Doch es gilt zu beachten, dass bestimmte Umgebungen, wie z. B. der Markt, für einige Menschen eine Reizüberflutung darstellen. Mit ein wenig Kreativität können viele alltägliche Aktivitäten zu sensorischen Erfahrungen werden.


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