Museumsgründer Reinhard Ernst im Gespräch mit Peter Lückemeier und Stefan Schröder
Buch, Deutsch, 192 Seiten, Format (B × H): 142 mm x 212 mm, Gewicht: 446 g
ISBN: 978-3-7374-0501-0
Verlag: Kramer, Waldemar Verlag
Kunst darf nicht den Sammelnden alleine gehören, sondern sollte jedermann zugänglich gemacht werden. Ernsts leidenschaftliches Anliegen, Menschen jeden Alters an abstrakte Kunst heranzuführen, teilt er mit seiner Frau Sonja, mit der er gemeinsam die Reinhard & Sonja Ernst-Stiftung unterhält. Ein Band über die Lust an einer Kunst ohne Vorschriften und über das Sammeln und Teilen abstrakter Malerei.
Weitere Infos & Material
Kapitel Eins:
Erstbesuche im Museum, die Lust am Abstrakten, Kunst ohne Vorschrift, das erste Bild, Sammeln als Leidenschaft
Kapitel Zwei:
Wie die Sammlung entstand, Preise und Auktionen, Glück am Telefon, Favoriten, Auswüchse und Handschrift
Kapitel Drei:
Kindheit, der prägende Westerwald, Lehre, Begegnung im Henninger-Turm, Luxus und Wahrheitsliebe
Kapitel Vier:
Gründung der Stiftung, Engagement für Japan, gescheiterte Museumsversuche in Limburg, die Anfänge in Wiesbaden und ein toller Redner
Kapitel Fünf:
Über Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen und im Museum, Teamgeist, Menschenkenntnis, Leistungsbereitschaft und gute Bezahlung
Kapitel Sechs:
Über die Idee der Architektur, Raumaufteilung, Nachhaltigkeit und die hundert Jahre, die das Museum bestehen soll
Kapitel Sieben:
Letzte Dinge
Herr Ernst, wie haben Sie für sich die Kunst entdeckt?
Da müssen wir zurückschauen auf in. die 70er-Jahre. 1971 hatte ich in der Firma als Angestellter begonnen, die ich dann viele Jahre später übernahm. Das Unternehmen war ein amerikanisch-japanisches Joint Venture, das in Europa Fertigung und Verkauf von Antrieben aufbauen sollte. Unsere Aufgabe war es, Antriebe zu verkaufen, die wir aus Japan und den USA bezogen, aber das Geschäft in Deutschland lief schlecht. Also reiste ich viel ins Ausland, meistens zwei Tage pro Woche. Auf diesen Auslandsreisen mit dem Zug – damals hatte die Firma wenig Geld – begann ich irgendwann, an regnerischen Wochenenden Museen zu besuchen.
Waren Sie daheim in einer kunstaffinen Atmosphäre aufgewachsen? Gehörten Museumsbesuche zum Familienprogramm?
Gar nicht. Und in der Realschule in Hofheim, die ich besuchte, waren pro Jahr ein Besuch im Schwimmbad und einer im Museum vorgesehen. Tatsächlich gingen wir dann aber nur, wenn ich mich recht erinnere, ein einziges Mal in ein Museum. Das war eine fremde Welt für mich.
Welches Museum besuchten Sie dann als Erstes allein?
Es war Ende 1985 das Musée Picasso in Paris. Die wichtigsten Exponate dort waren eigentlich nicht abstrakt, sondern figürlich. Picasso war ja ein Meister darin, vor allem Gesichtern eine ganz eigene, verfremdete Gestalt zu geben, zum Beispiel diese Profilansichten, bei denen die Augen parallel untereinanderstehen. Diese Bilder, vor allem auch die Farben, übten eine Faszination auf mich aus, schon damals. Vorher, ich denke, es war 1982, besuchte ich gemeinsam mit unserem französischen Vertreter das Musée d’Orsay. Ein wunderschöner alter Bahnhof in Paris. Ich weiß nicht mehr, was gezeigt wurde, allerdings kann ich mich noch an die riesengroße tolle Bahnhofsuhr erinnern. Ich war später nochmals dort zu Ausstellungen von Kunst, teilweise auch abstrakter Kunst.