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E-Book

E-Book, Deutsch, 608 Seiten

Reihe: Duden Ratgeber

Dudenredaktion Einfach gute Texte schreiben

Für Schule, Studium und Beruf

E-Book, Deutsch, 608 Seiten

Reihe: Duden Ratgeber

ISBN: 978-3-411-91162-2
Verlag: Bibliographisches Institut
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz



Wer schreibt, will seinen Leser erreichen – verständlich, klar und treffsicher. Doch wie findet man das passende Wort? Und welchen Satzbau wählt man, um das Gemeinte auch gezielt auszudrücken? „Einfach gute Texte schreiben“ bietet hier zahlreiche Tipps zur Wirkung und Eignung von einzelnen Wörtern und ganzen Satzkompositionen. Eine große Auswahl an Beispielen hilft ganz konkret bei der Suche nach der richtigen Formulierung. Abgerundet wird der Band durch grundlegende Hinweise zur Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik – und wie man hier die gängigsten Stolpersteine souverän vermeidet. Die DIN-Normen erläutern zudem, wie man E-Mails und Briefe formal richtig aufbereitet. Als besonders verlässlicher Ratgeber zeigt sich das Kapitel „Sprachtipps“, das aus der langjährigen Erfahrung der Duden-Sprachberatung schöpft und bei den häufigsten Zweifelsfällen konkrete Hilfestellung leistet: Heißt es „dieses Jahres“ oder „diesen Jahres“? Wann schreibt man „mal“ bzw. „Mal“? Setzt man ein Komma hinter „oder“? Dieses Buch ist leicht verständlich, klar gegliedert und mit seinen vielen Tipps und Tricks ein allseits einsatzbereiter Sprachbegleiter für alle, die einfach gute Texte schreiben wollen.
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¦ Eignung – erst prüfen, dann entscheiden Wie bereits ausgeführt, schicken wir beim Schreiben unsere Gedanken zum Leser. Sie kommen dort unversehrt an, wenn er die Sprachzeichen in die konkreten und abstrakten Gegenstände zurückverwandeln kann, die wir mit ihnen gemeint haben. Zu diesem Thema möchten die folgenden Kapitel einige Anregungen geben. ¦ Verben – Atemluft für Gedanken ¦ Anschaulichkeit– für das innere Kino Wer anders sollte bei diesem Thema zuhören als die Verben? Keine Wortart steckt so voller Leben wie jene unzähligen Namen für Bewegungen, von gleiten und zittern bis stürzen und beben. Wenn wir anschaulich schreiben möchten, müssen wir möglichst viele von ihnen als Mitarbeiter gewinnen. Falls dies misslingt, verlieren die meisten Leser bald das Interesse an der Lektüre und lesen nur widerwillig zu Ende. Erstaunlicherweise sind die begehrten Verben in der heutigen Zeit recht bequem. Einige ziehen sich schnell zurück, wenn sich ein Substantiv vordrängelt und vorgibt, dieselbe Arbeit zu erbringen, beispielsweise in folgenden Sätzen: Trotz der Proteste der Anwohner wurde die Zufahrt zum Grundstück verlegt. statt: Obwohl die Anwohner protestierten, wurde die Zufahrt zum Grundstück verlegt. Die Proteste (in der Form eines Substantivs) nimmt man zwar zur Kenntnis; das Protestieren (in der Form eines Verbs) kann man aber mit den inneren Sinnen erleben. Die Buchstaben nehmen Gestalt an: In der Vorstellung hört man die erregten Kommentare und sieht die empörten Gesichter. Nach Fertigstellung der Gartentreppe kann mit der Verlegung der Platten auf der Terrasse begonnen werden. statt: Nachdem die Gartentreppe fertiggestellt ist, können die Platten auf der Terrasse verlegt werden. Die Substantive des ersten Satzes haben allen Grund, bescheidener aufzutreten, da sich ein langer Satz mit einem einzigen Verb keineswegs neben einem Satzgefüge mit zwei Verben sehen lassen kann. Andere Verben überlassen sogar manchmal einem Hilfsverb das Feld, das sich dann zusammen mit einem Substantiv oder einem Adjektiv als Prädikat abrackert. So ist später beispielsweise zu lesen: Der Baustellenleiter ist der Verantwortliche für die Richtigkeit der Angaben. statt: Der Baustellenleiter trägt die Verantwortung für die Richtigkeit der Angaben. An diesem Satz wird erkennbar, wie leblos ein Prädikat ohne ein anschauliches Verb wirkt, ebenso im folgenden: Das Geräusch der Säge ist laut. statt: Die Säge kreischt laut. Es gibt auch Verben, die ihren Platz zeitweise für Vertreter aus ihren eigenen Reihen räumen, ohne zu merken, dass sie damit die Anschaulichkeit des Satzes schmälern, beispielsweise: Der Architekt ließ verlautbaren, dass der Auftrag keine weiteren Verpflichtungen enthalte. statt: Der Architekt teilte mit, dass der Auftrag keine weiteren Verpflichtungen enthalte. Beim Verb mitteilen hält sich die Anschaulichkeit zwar sehr in Grenzen; aber gegen das blasse Verb verlautbaren ist es schon fast als bunt zu bezeichnen. Ähnliches gilt für den nächsten Satz: Vertreter des Straßenbauamtes prüfen, ob die Kanalarbeiten noch fristgerecht zu bewerkstelligen sind. statt: Vertreter des Straßenbauamtes prüfen, ob die Kanalarbeiten noch fristgerecht durchzuführen sind. Alle Beispiele zeigen, wie wichtig es ist, aussagekräftige Verben einzustellen und ihnen die tragende Rolle des Prädikats im Satz anzubieten. Den Versprechungen anderer Wortarten sollten wir nur nach eingehender Prüfung glauben, da sich die meisten bei näherem Hinsehen als untauglich erweisen. Nicht jeder ist eben zum Prinzen geboren, der Dornröschen zum Leben erwecken kann. Und wie findet man nun anschauliche Verben? Falls man kein Naturtalent ist, sollte man nicht zu stolz sein, seine Sprachkompetenz ein wenig zu trainieren. Der Rest ergibt sich dann bald von allein. Welche Verben bietet der deutsche Wortschatz für bestimmte Ereignisse? Bitte schön: Welche Signale können von den Augen ausgehen? blinzeln zwinkern zukneifen verdrehen schließen Welche Mimik kann sich im Gesicht zeigen? lächeln grinsen erblassen erstarren weinen Welche Bewegung kann Wasser vollführen? fließen rinnen sprudeln tropfen spritzen Welche Laute können durch Wasser entstehen? rauschen tosen plätschern gluckern brausen Welche Töne können Vögel erzeugen? singen zwitschern piepen tirilieren pfeifen Welche Geräusche kann ein Motor hervorrufen? dröhnen röhren brummen stottern aufheulen Es donnert, heult, brüllt, zischt, pfeift, braust, saust, summt, brummt, rumpelt, quäkt, ächzt, singt, rappelt, prasselt, knallt, rasselt, knistert, klappert, knurrt, poltert, winselt, wimmert, rauscht, murmelt, kracht, gluckst, röchelt, klingelt, bläst, schnarcht, klatscht, lispelt, keucht, kocht, und: schreien, weinen, schluchzen, krächzen, stottern, lallen, girren, hauchen, klirren, blöken, wiehern, schnarren, scharren, sprudeln. Diese Wörter und noch andere, welche Töne ausdrücken, sind nicht bloße Zeichen, sondern eine Art von Bilderschrift für das Ohr.
(Lichtenberg) Für den Fall, dass sich einfach kein energiereiches Verb einstellen will, gibt es einen kleinen Trick: einmal einen anschaulichen Vergleich wagen und dessen Bildkraft nutzen, beispielsweise: Wir arbeiten wie Profis. Sie behandeln uns wie Freunde. Sie freut sich wie ein kleines Kind. Erfühlt sich bärenstark. Wir fahren im Schneckentempo. Solange man solche Stilelemente sparsam einsetzt, können sie einem Satz Frische und Lebendigkeit verleihen. Was sich durch anschauliche Verben sagen lässt, sollte nicht auf andere Weise formuliert werden. So nicht: Aber so: Die Einweihung des Hauses fand gestern statt. Das Haus wurde gestern eingeweiht. Die Anzahl der Gäste war sehr groß. Zahlreiche Gäste kamen. Nach launiger Begrüßung der Gäste durch den Hausherrn war das kalte Büfett Treffpunkt für alle. Nachdem der Hausherr in launiger Rede die Gäste begrüßt hatte, drängten sich alle um das kalte Büfett. Aufgabe 15 Verändern Sie die Sätze so, dass anschauliche Verben zum Einsatz kommen: a.  Die Unterhaltung der Gäste war lebhaft. b.  Gegen Mitternacht erfolgte die Ankündigung einer »Schlossbesichtigung«. c.  Das Fest endete für die meisten erst spät. ¦ Echtheit – Umschreibungen – wozu? Einige Verben leiden unter Minderwertigkeitsgefühlen. Sie können sich nämlich nicht damit abfinden, dass sie anderen an Inhalt und Dynamik weit unterlegen sind, und suchen nach Möglichkeiten, diesen Mangel auszugleichen. Sie wissen zwar, dass sie ihr Ziel allein nicht erreichen können, glauben aber, sich in enger Zusammenarbeit mit einem Substantiv das gewünschte Ansehen verschaffen zu können. Sie gehen daher eine dauerhafte Beziehung mit einem Substantiv ein und fühlen sich in ihrem Selbstbewusstsein so gestärkt, dass sie alles daransetzen, sich öffentlich zu zeigen. So kommt es, dass sie, von ihrer Buchstabenfülle geblendet, stolz daherschreiten, ohne den Unterschied zwischen Quantität und Qualität zu bemerken. Beispielsweise sieht die Wortgruppe ein Angebot machen keine Veranlassung, dem echten Verb anbieten Vorrechte einzuräumen, und das knappe Wort erwägen kann nichts dagegen unternehmen, wenn sich die Fügung in Erwägung ziehen in Positur setzt. Besonders selbstgefällig spielt sich das Verb bringen auf: Allein ist es meist ein Mauerblümchen. In seiner zurückhaltenden Art gewinnt es aber manches Substantiv als Kavalier, und wenn die Beziehung hält, verliert es jegliche gesunde Selbsteinschätzung. Es fühlt sich anerkannt und merkt nicht, dass Verben, die nicht auf ein Substantiv angewiesen sind, in der Regel attraktiver sind,...


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