Entdecke deine weibliche Kraft
E-Book, Deutsch, 256 Seiten
ISBN: 978-3-432-11232-9
Verlag: Enke
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Du spürst, es ist an der Zeit, dein selbstbestimmtes, erfülltes, gelassenes und energievolles Leben zu leben? Es ist Zeit, wieder Steuerfrau deines Lebens zu werden. Selbst wenn die äußeren Umstände oft nicht die idealsten sind. Es ist möglich, in die eigene Mitte zu finden, deine Rhythmen zu achten und tiefe innere Ruhe zu erleben.
Es ist Zeit für deinen authentischen Selbstausdruck, deine ureigene Schönheit, deine innere Wahrheit.
Du lebst deine Version des Lebens!
Tanja Draxler ist eine erfahrene Coachin und zeigt dir, wie du Kraft aus Krisen schöpfst, Ängste überwindest und Denkmuster „ver-rückst“. Gehe achtsam durch den Alltag und entdecke deine weibliche Intuition mit vielen Achtsamkeitsübungen, Meditationen und Tipps.
Zielgruppe
Gesundheitsinteressierte
Autoren/Hrsg.
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Die Kraft der Krise
Die meisten Veränderungen im Leben beginnen mit einer Krise. Es kann eine große, aber auch eine kleine Krise sein, oder eine ganz andere. Wenn bei den Frauen, die meine Beratungen in Anspruch nehmen, alles immer nur gut verlaufen würde, würden sie mit größter Wahrscheinlichkeit nicht zu mir kommen. Es sind die Sorgen um das eigene Kind, das in letzter Zeit aggressiv reagiert. Es sind Streitereien mit dem Ehemann, die in den letzten Monaten einfach kein Ende nehmen wollen. Es sind die körperlichen Symptome, wie unbegründete Ängste, Herzrasen oder Magenschmerzen, die das Leben schwer machen. Es ist aber vielleicht auch nur eine Art Energielosigkeit, die einen das Leben nicht mehr in vollen Zügen genießen lässt. Vielleicht befindest du dich gerade in einer Krise. Vielleicht passt es dir überhaupt nicht so, wie es gerade ist. Deine Kinder quengeln oder du bist krank, in der Arbeit läuft es gerade nicht gut oder in deinem Alltag geht es drunter und drüber. Das Annehmen unterschiedlichster Erfahrungen in Krisenzeiten gehört zu den wichtigsten Schritten in die richtige Richtung. Das ist nicht immer leicht. Als mein Körper rebellierte und ich energielos durch meinen Alltag schlurfte, spürte ich einen enormen Widerstand in mir, der noch mehr Stress auslöste. Ich hätte die Situation lieber kontrolliert, alles was geschah, gerne ungeschehen gemacht. Aber so funktioniert das Leben nun mal nicht. Das Leben lässt sich nicht immer kontrollieren und bis ins kleinste Detail planen. Leben pulsiert. Leben wird geboren, wächst, vergeht und stirbt in einer rhythmischen Ordnung. In den Jahreszeiten ist dieser Kreislauf der Natur gut erfahrbar. Im Sommer blüht und gedeiht es auf der Erde, im Winter ist es karg. Das heißt nicht, dass das eine gut, das andere schlecht wäre. Es heißt nicht, dass wir Opfer sind oder nichts selbst bestimmen könnten. Ganz im Gegenteil. Ich möchte dich einladen, das Steuerrad deines Lebens wieder selbst in die Hand zu nehmen, Kapitänin deines Schiffes zu werden und dich nicht allem klaglos hinzugeben. Einer der wesentlichsten Schritte dahin ist jedoch, vorerst das anzunehmen, was ist. Krisen anzunehmen und in ihnen eine Chance zu erkennen, ist nicht immer leicht und es braucht eine große Bereitschaft, sich darauf einzulassen. Das Leben ist ein Abenteuer. Manchmal ist es herausfordernd, manchmal anstrengend. Das Leben kann überraschen. Krisen kommen oft unerwartet. Es ist ein Trugschluss unserer Gesellschaft, dass wir selbst immer nur glücklich und fit zu sein haben und uns ständig verbessern sollten. Wir erwarten vom Leben, dass es perfekt sein sollte. Wir erwarten von uns selbst absolute Perfektion. Bei einer Umfrage, die ich auf Facebook startete, antworteten 80% der Frauen auf meine Frage »Was stresst dich im Alltag als Frau am meisten?« mit »Perfektion«. Viele Frauen streben nach Perfektion in der Hoffnung, dadurch angenommen zu werden. Das ist jedoch ein Irrtum. Gerade ihre Eigenheiten, ihre Narben, ihre Ticks gehören zu ihnen. Das ist das, was sie ausmacht. Schauspieler sind im Kino nicht die Helden, weil sie perfekt sind, sondern weil sie verwundbar sind. Sie sind die Helden, weil sie menschlich sind und nicht, weil sie alles perfekt können und wissen. Perfektion ist ein gesellschaftlicher Mythos. Viele Frauen sind viel zu streng mit sich selbst. Aber was wäre, wenn die Höhen und Tiefen im Leben eines Menschen einfach dazugehören würden? Wie fühlt es sich an, wenn du dir innerlich erlaubst, die Kontrolle loszulassen? Wir müssen nicht immer alles kontrollieren, mit dem Verstand verstehen. Manchmal kommt das Leben und rüttelt alles durcheinander. Eine weibliche Qualität ist es, sich darauf einzulassen, sich hinzugeben und auch einmal die Kontrolle abzugeben. Bereits in der Schule haben wir gelernt, immer alles wissen zu müssen. Intellektuelles Wissen wird mit Weisheit verwechselt. Kontrolle mit Kreativität. Annehmen jedoch gehört zu starken weiblichen Qualitäten. Lerne die Welle vielmehr zu surfen, als sie zu kontrollieren. Was wäre, wenn alles so sein dürfte, wie es ist?
Alles, was du bis jetzt in deinem Leben erlebt hast, gehört zu deinem Weg ins Heute dazu. Und zwar wirklich alles. Du wärst nicht die, die du heute bist, wenn du nicht all das erlebt hättest. Und auch alles, was in Zukunft passieren wird, hat seine Richtigkeit. Wird zu dir gehören. Auch wenn es nicht immer leicht ist, setzt diese Grundhaltung ungemeine Kräfte frei. Auch wenn wir nicht immer verstehen, warum etwas passiert, beinhaltet das Annehmen bestimmter Dinge im Leben, dass die Energie nicht ins Stocken gerät und weitere Schritte weise gesetzt werden können. Frage dich: »Was wäre, wenn alles so sein dürfte wie es ist?« Wirklich alles? Lasse dir den Satz auf der Zunge zergehen. Lege das Buch kurz zur Seite, atme und wiederhole den Satz einige Male laut oder im Stillen: »Was wäre, wenn alles so sein dürfte, wie es ist?« Spüre in deinen Körper hinein, was dieser Satz an Empfindungen auslöst. Was wäre, wenn alles, was du bis jetzt erlebt hast, zu deinem Leben dazu gehörte? Wenn es dich genau dorthin gebracht hätte, wo du jetzt stehst, und dieser Standpunkt genau der richtige wäre? Es braucht sehr oft die Hingabe und das Einlassen auf den natürlichen Lauf der Dinge. Das anzunehmen, was ist, ist die Basis dafür. Annehmen bedeutet nicht, alles hinzunehmen. Etwas anzunehmen bedeutet nicht, hinderliche Situationen im Leben für immer zu akzeptieren. Wenn deine kalten Füße dich am Abend im Bett am Einschlafen hindern, dann hole dir um Himmels Willen warme Socken. Wenn du durstig bist, hole dir ein Glas Wasser. Wenn du schon seit Jahren einen Urlaub am Meer machen möchtest, dann versuche alles erdenklich Mögliche, dir diesen Traum zu erfüllen. Ich spreche hier vielmehr von unausweichlichen Situationen. Solche, die du gerade eben nicht ändern kannst, warum auch immer. In solchen Situationen tut es unglaublich gut, diesen Moment emotional anzunehmen. Probiere es am besten aus. Mir hilft dabei wie gesagt am besten der Satz »Was wäre, wenn alles so sein dürfte, wie es ist?« Er erleichtert es mir, die Situation anzunehmen. Verantwortung übernehmen
Es wird Zeit, dass du die Verantwortung für dein Leben übernimmst. Auch wenn die Dinge, die du in der Vergangenheit erlebt hast oder gerade erlebst, schmerzhaft waren oder du sie lieber nicht erlebt hättest, sie gehören zu dir. Wahrscheinlich war nicht alles in deinem Sinne. Oder du hättest es dir anders gewünscht. Dennoch gehört zum ersten wesentlichen Schritt in dein kraftvolles, authentisches Leben als Frau, das anzuerkennen, was geschehen ist oder gerade geschieht. Und genau darin liegt die größte Chance einer Veränderung. Darin liegt die Chance einer Wandlung unseres Selbst. Was habe ich aus meiner Krise gelernt? Im Nachhinein hat sich hinter all den Erfahrungen ein enormes Wachstumspotenzial verborgen. Ich wäre heute nicht da, wo ich jetzt bin, wenn mich die vorangegangene Krise nicht wachgerüttelt hätte. Ich fühle mich gereift und mehr denn je mit dem verbunden, was für mich wirklich wesentlich ist. Ich habe gelernt, wieder auf meine Intuition und mein Bauchgefühl zu hören. Ich habe gelernt, zu mir und meinen Handlungen zu stehen, egal, was andere darüber denken oder sagen. Die Nacht vor dem Tag
Es ist an der Zeit, Krisen eine neue Bedeutung zuzuschreiben. Was wäre, wenn wir den Tiefen eine neue Bedeutung beimessen würden und auch sie als vollkommenen Ausdruck des Lebens ansehen würden? Was wäre, wenn wir die natürlichen Tiefen des Lebens als die Nacht vor dem Tag sehen würden? Als den Winter vor dem Frühling? Somit gibt es auch keine Fehler. Krisen sind keine Fehler, sondern Angebote des Lebens für Entwicklungschancen. Fehler sind Helfer, heißt es so schön. Wir müssen den Fehlern nur eine andere Bedeutung zuschreiben. Würde ein kleines Kind, wenn es gehen lernt, jeden Sturz als Fehler zu interpretieren, aufgeben, würde kein Mensch laufen lernen. Wenn du vom Nutzen einer Krise weißt und deren Wert verstehst, wird sich dein Alltag zunehmend entspannen. Frage dich, worauf dich diese Krise aufmerksam machen möchte. Wie möchte dir die Krise helfen, dich in eine andere, dir dienlichere Richtung weiterzuentwickeln? Schicksalsschläge nehmen natürlich eine eigene Stellung ein, auf die ich hier im Rahmen dieses Buches nicht näher eingehen kann. Falls du einen Schicksalsschlag erlebt haben solltest, dann suche dir professionelle Hilfe, die dich auf deinem Weg unterstützen und begleiten kann. Frauen in der Krise
Immer mehr Frauen finden sich in einschneidenden Krisen wieder. Sehr viele deswegen, weil sie die ur-weiblichen Prinzipien verdrängen. Frauen haben sich in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr eine einseitig männliche Art zu leben angewöhnt, was sie heute Krisen in allen Bereichen des Lebens erleben lässt. Es geht hier nicht um das Verhältnis zwischen Männern und Frauen oder die Stellung der Frau in der Gesellschaft. Es geht hier um das Leben weiblicher Qualitäten. Da diese uns Frauen nähren und stärken und unserer Gesundheit enorm guttun. Krisen sind keine Fehler, sondern Angebote des Lebens für Entwicklungschancen. Gut zu wissen Das Wort Krise kommt ursprünglich aus dem griechischen »crisis« und bedeutet ebenso Scheidung, Zwiespalt, Trennung, Wahl, Erprobung oder Entscheidung. Das chinesische Schriftzeichen für Krise ist dasselbe wie für...