E-Book, Deutsch, 58 Seiten
Informationen für Betroffene, Eltern, Lehrer und Erzieher zu Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen
E-Book, Deutsch, 58 Seiten
Reihe: Ratgeber Kinder- und Jugendpsychotherapie
ISBN: 978-3-8409-3015-7
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Der Ratgeber schildert die Symptome, die typischerweise bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS auftreten und informiert über weitere Probleme und Auffälligkeiten, die sich häufig in Verbindung mit ADHS zeigen. Der Ratgeber geht auf die Ursachen der Störung ein und beschreibt den Teufelskreis, in den viele Familien mit einem Kind mit ADHS geraten. Eltern und andere Bezugspersonen, wie z.B. Lehrer und Erzieher, erhalten konkrete Ratschläge zum Umgang mit der Problematik in der Familie und in der Schule. Kindern und Jugendlichen werden Tipps zur Selbsthilfe gegeben. Zudem stellt der Ratgeber Möglichkeiten der Psychotherapie und der medikamentösen Therapie dar.
Zielgruppe
Eltern, Lehrer, Erzieher, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Kinder- und Jugendpsychiater, Pädiater, Lehrer, Lerntherapeuten, Schulpsychologen, (Sozial-) Pädagogen, Ergotherapeuten, Mitarbeiter in der Jugendhilfe.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
Weitere Infos & Material
1;Zielsetzung des Ratgebers und Inhaltsverzeichnis;7
2;1Kennen Sie das?;11
3;2Woran erkenne ich Kinder mit ADHS-Symptomen?;13
3.1;2.1In welchen Situationen treten diese Probleme auf?;14
3.2;2.2 Wann werden diese Auffälligkeiten als eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bezeichnet?;14
3.3;2.3Müssen in allen drei Kernbereichen Probleme auftreten?;15
3.4;2.4 Können diese Probleme auch Hinweise auf andere Störungen oder Probleme sein?;16
4;3 Welche weiteren Probleme treten häufig noch auf?;19
5;4Wie ist die weitere Entwicklung?;21
6;5Was sind die Ursachen?;23
7;6In welchen Teufelskreis geraten Eltern und andere Bezugspersonen häufig?;25
8;7Was kann man tun?;29
8.1;7.1Was können Eltern tun?;29
8.2;7.2Was können Lehrer tun?;34
8.3;7.3Was können Kinder und Jugendliche selbst tun?;39
8.4;7.4Was können Psychotherapeuten tun?;43
8.5;7.5Können Medikamente helfen?;44
8.6;7.6Gibt es noch weitere Hilfen?;48
9;Anhang;51
9.1;Zitierte Literatur;51
9.2;Das zentrale adhs-netz;51
9.3;Hilfreiche Eltern- und Arbeitsbu?cher sowie Online-Selbsthilfeprogramm;52
9.4;Checkliste fu?r ADHS-Symptome;57
2 Woran erkenne ich Kinder mit ADHS-Symptomen?
Manche Kinder sind lebhafter als andere und jedes Kind ist irgendwann einmal sehr unruhig oder kann sich nicht konzentrieren und lässt sich leicht ablenken. Jeder weiß, dass es jüngeren Kindern schwerer fällt als älteren Kindern, sich ruhig zu verhalten oder ausdauernd bei einer Sache zu bleiben. Die Konzentrationsfähigkeit und die Ausdauer von Kindern verbessern sich mit dem Alter.
Merke: Auffälligkeiten in drei Kernbereichen
Kinder und Jugendliche mit ADHS-Symptomen unterscheiden sich von Kindern und Jugendlichen mit diesen ganz normalen Entwicklungserscheinungen im Ausmaß und in der Stärke der Probleme. Sie haben im Vergleich zu anderen Kindern gleichen Alters ausgeprägte Auffälligkeiten in drei Kernbereichen. Sie fallen auf
• durch Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwächen,
• durch impulsives Verhalten und
• durch eine ausgeprägte Unruhe.
Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwächen: Den Kindern oder Jugendlichen fällt es sehr schwer, begonnene Tätigkeiten zu Ende zu bringen, sie können sich nur für kurze Zeit auf eine Sache konzentrierten und sie lassen sich leicht ablenken. Dadurch unterlaufen ihnen ständig Flüchtigkeitsfehler. Meist sind diese Auffälligkeiten bei Tätigkeiten zu beobachten, die von anderen vorgegeben werden (z. B. Hausaufgaben, Aufgaben in der Schule). Bei manchen Kindern sieht man diese Probleme aber auch bei Beschäftigungen, die sie selbst wählen – beispielsweise beim Spiel, das sie ständig unterbrechen und nicht zu Ende bringen können.
Impulsives Verhalten: Die Kinder oder Jugendlichen neigen dazu, plötzlich und ohne zu überlegen zu handeln. Sie folgen ihren ersten Einfällen und bedenken überhaupt nicht die Folgen. Sie beginnen Hausaufgaben, ohne sich die Aufgabe genau durchzulesen; sie platzen mit Antworten heraus, bevor Fragen zu Ende gestellt sind, sie unterbrechen andere häufig und sie können kaum abwarten, bis sie an der Reihe sind. Diese Probleme sind deutlich stärker ausgeprägt, als das normalerweise bei Kindern und Jugendlichen gleichen Alters der Fall ist.
Körperliche Unruhe: Vor allem im Kindergarten- und im Grundschulalter fallen die Kinder durch ihre Ruhelosigkeit und ihr ständiges Zappeln auf. Die Kinder stehen häufig im Unterricht, bei den Hausaufgaben oder während des Mittagessens auf. Es fällt ihnen schwer, ruhig zu spielen und sie laufen oder klettern permanent herum. Wenn sie aufgefordert werden, ruhig zu sein oder sitzen zu bleiben, dann können sie sich meist nur für sehr kurze Zeit daran halten. Im Jugendalter ist die Unruhe geringer aber es kann noch eine starke innere Unruhe und Anspannung vorherrschen.
2.1 In welchen Situationen treten diese Probleme auf?
Diese Auffälligkeiten sind üblicherweise in verschiedenen Lebensbereichen zu beobachten – also nicht nur in der Familie, sondern auch im Kindergarten oder in der Schule und bei Freizeitaktivitäten mit Gleichaltrigen. Typischerweise treten die Probleme verstärkt in solchen Situationen auf, in denen von den Kindern oder Jugendlichen eine längere Ausdauer erwartet wird, beispielsweise im Unterricht, bei den Hausaufgaben oder beim Mittagessen. Dagegen kommen diese Auffälligkeiten bei vielen Kindern entweder gar nicht oder nur in verminderter Form vor, wenn sie sich in einer neuen Umgebung befinden, wenn sie nur mit einer Person zusammen sind oder wenn sie sich einer Lieblingsaktivität widmen, selbst wenn diese ein hohes Maß an Aufmerksamkeit erfordert (z. B. bei einem Computerspiel).