Diósi | Amalarius Fortunatus in der Trierer Tradition | Buch | 978-3-402-04074-4 | sack.de

Buch, Deutsch, Band 94, 291 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 230 mm

Reihe: Liturgiewissenschaftliche Quellen und Forschungen

Diósi

Amalarius Fortunatus in der Trierer Tradition

Eine quellenkritische Untersuchung der trierischen Zeugnisse über einen Liturgiker der Karolingerzeit

Buch, Deutsch, Band 94, 291 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 230 mm

Reihe: Liturgiewissenschaftliche Quellen und Forschungen

ISBN: 978-3-402-04074-4
Verlag: Aschendorff


Amalar von Metz, wie der wohl bedeutendste Liturgiker der Karolingerzeit gewöhnlich in den Nachschlagewerken genannt wird, gibt der Forschung noch immer Rätsel auf. In welcher Beziehung er tatsächlich zu Metz stand, ist quellenmäßig nicht zu belegen. Hingegen ist er sicher um 810 mehrere Jahre lang Bischof von Trier gewesen. Im Auftrag Karls des Großen reiste er 813/814 an der Spitze einer offiziellen Delegation nach Konstantinopel. In Rom war er der authentischen römischen Liturgie auf der Spur. Seine beiden wichtigsten Schriften, 'Liber officialis' und 'De Ordine antiphonarii', haben hohen Quellenwert. Die von ihm entscheidend ausgebildete allegorische Liturgieerklärung beherrschte, obwohl schon zu seiner Zeit umstritten, das ganze Mittelalter bis weit in die Neuzeit.
Die Trierer liturgiewissenschaftliche Dissertation von Dávid Diósi schließt eine Lücke in der Amalar-Forschung. Zum ersten Mal werden hier die bisher zu wenig beachteten trierischen Zeugnisse über Amalar systematisch und kritisch ausgewertet. Darin erscheint Amalar gewöhnlich mit dem Doppelnamen 'Amalarius Fortunatus'. Er gilt in der trierischen Historiographie seit dem 11./12. Jahrhundert als Erzbischof von Trier, Metropolit und liturgische Autorität ersten Ranges. Es wird ihm sogar der unzutreffende Titel eines 'Cardinalis Romanus' zuerkannt. Irrtümlicherweise hat ihn die Lokaltradition mit einem apokryphen Trierer Bischof namens AFortunatus' identifiziert, dessen angebliche Reliquien in der ehemaligen Trierer Stiftskirche St. Paulin verehrt wurden. Während die Trierer Heiltumsschriften des 16. Jahrhunderts das Grab dieses 'heiligen Amalarius Fortunatus' im Hochaltar von St. Paulin lokalisieren, zeigte man in Metz das Amalar-Grab in der Krypta der ehemaligen Abteikirche St. Arnulf. Diósi untersucht erstmals in einer faszinierenden Quelleninterpretation zusammenhängend beide Traditionen. Die Frage, wo Amalar tatsächlich bestattet war, bleibt am Ende aber weiterhin offen. Das gilt auch für die exakte Bestimmung seines Todesjahres (850/853). Doch erlaubt die erstmalige akribische Auswertung der Trierer Amalar-Zeugnisse in Auseinandersetzung mit dem aktuellen Forschungsstand Amalars Biographie in mehr als einem Punkt zu präzisieren und zu ergänzen. Damit sind nunmehr die besten Voraussetzungen gegeben für eine Gesamtstudie zur Liturgietheologie Amalars, die weiterhin ein Desiderat der Forschung bleibt.
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