Carmichael / Howard / Neely | APEX KRIMI-SOMMER 2021 | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, 1029 Seiten

Carmichael / Howard / Neely APEX KRIMI-SOMMER 2021

Fünf Kriminal-Romane in einem Band!
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7487-8577-4
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Fünf Kriminal-Romane in einem Band!

E-Book, Deutsch, 1029 Seiten

ISBN: 978-3-7487-8577-4
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Sommer - Urlaubszeit! Sommer - Lesezeit! Dieses Buch enthält fünf spannende und ausgewählte Top-Krimis aus den Krimi-Reihen des Apex-Verlags, geschrieben von internationalen Bestseller-Autoren - perfekter Lesestoff für den Strand, für das ruhige Plätzchen in der Natur, für die Reise: Etwas bitter im Geschmack von Harry Carmichael, Nachruf auf Joanna von Hartley Howard, Die japanische Geliebte von Richard Neely, Die Venusfalle von J. M. Ullmann und Die Frau auf dem Dach von Helen Nielsen.  Nervenkitzel und Unterhaltung pur!

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  1. ETWAS BITTER IM GESCHMACK (A Slightly Bitter Taste)
  von Harry Carmichael
        Erstes Kapitel     Es war eine gute Party. Nach einer Stunde amüsierte Quinn sich herrlich. Er war von Anfang an nicht als Fremder behandelt worden, sondern gehörte automatisch dazu. Alle lachten über seine Witze; alle waren sehr nett und freundlich. Jeder hätte glauben müssen, sie seien alte Freunde. Und einige Drinks später fragte Quinn sich, warum er die anderen je für Fremde gehalten hatte. Später fand er sich in Gesellschaft einer zierlichen jungen Frau wieder, die dunkelbraunes Haar und eine leicht heisere Stimme hatte. Sie war lustig. Sie war attraktiv genug, um seiner Eitelkeit zu schmeicheln, und intelligent genug, um amüsant zu sein. Sie gefiel Quinn immer besser. Sie passten zusammen - allerdings mit dem Unterschied, dass sie nur Tomatensaft trank. Ein niedliches Ding, überlegte Quinn sich. Sie trägt keinen Ehering... überhaupt keine Ringe. Ob sie etwas dagegen hat, wenn ich sie küsse? Ein Kuss ist schließlich ganz harmlos. Wenn sie etwas dagegen hat, braucht sie es nur zu sagen... Sie kreischt doch hoffentlich nicht? Die dunkelhaarige junge Frau kreischte nicht. Sie tat gar nichts. Sie stand einfach nur da und ließ sich küssen. Quinn hatte das Gefühl, eine leblose Schaufensterpuppe in den Armen zu haben. Er wich zurück, wagte nicht, ihren Blick zu erwidern, und suchte verzweifelt nach einem Scherzwort, mit dem er diese peinliche Situation überwinden konnte. Dabei war seine Reaktion absurd. Er hatte keinen Grund, sich zu schämen, nur weil sie ihm nicht begeistert um den Hals gefallen war. »Zufrieden?«, fragte die Dunkelhaarige. Quinn wusste nicht, welche Antwort sie erwartete. Hätte er weniger getrunken, wäre er sich seiner Sache sicherer gewesen. Er hätte vernünftigerweise den Mund halten sollen, aber dazu konnte er nicht mehr klar genug denken. »Nein«, antwortete er. »Sind Sie immer so - oder rieche ich etwa aus dem Mund?« Die Dunkelhaarige lächelte ironisch. »Zwei Fragen, zwei Antworten: nein und ja. Ich bin nicht immer so, und Sie haben eine grässliche Fahne.« »Schon gut«, wehrte Quinn ab. »Wenn Sie auch etwas trinken würden, hätten Sie...« »Warum sollte ich etwas trinken? Von Alkohol bekomme ich nur Kopfschmerzen. Ich amüsiere mich auch so, denn ich brauche keinen Alkohol, um meine Hemmungen loszuwerden.« »Sie haben gar keine«, behauptete Quinn. »Oder ich stelle sie nicht zur Schau«, erwiderte sie. Quinn warf ihr einen mürrischen Blick zu. Sie hatte kein Recht, ihn wie einen kleinen Jungen zu behandeln. Aber wenn er nicht versucht hätte, sie zu küssen, wäre es vielleicht nie zu dieser Entwicklung gekommen. Schade, jammerschade... und das am ersten Urlaubstag! »Haben Sie vergessen, dass ich hier bin?«, fragte die junge Frau. »Das verstehe ich eben nicht«, gab Quinn zu. »Sie können mich offenbar nicht ausstehen, aber Sie...« »Nur weil ich Ihnen nicht in die Arme gesunken bin?« »Unsinn!«, wehrte Quinn ab. »Wie kommen Sie überhaupt darauf, es könnte mir Spaß machen, von jemand angetatscht zu werden, den ich erst vor kaum einer Stunde kennengelernt habe?« »Das ist unfair!«, protestierte Quinn. »Woher soll ich wissen, warum Sie solches Theater gemacht haben? Vielleicht liegt das an Ihrer Erziehung. Oder Sie müssten zu einem Psychiater. Ich habe erst neulich gelesen, dass...« »Mich interessiert nicht, was Sie gelesen haben. Ich möchte nur wissen, warum Sie mich küssen wollten.« Als Quinn nicht gleich antwortete, betrachtete die junge Frau ihn prüfend. »Sie haben wohl einen Schluck zu viel getrunken? Dann würde ich mich an Ihrer Stelle ein bisschen hinlegen.« »Mir geht es glänzend«, behauptete Quinn. »Aber wir sind vom Thema abgekommen. Was wollten Sie vorhin wissen?« »Warum haben Sie mich geküsst?« »Lächerlich!«, meinte Quinn. »Warum küsst man jemand?« »Aber ich bin nicht der Typ dafür. Ich bin keine Schönheit, und Sie müssen zugeben, dass ich mich Ihnen nicht an den Hals geworfen habe. Trotzdem wollten Sie mich plötzlich küssen. Warum?« Quinn fragte sich, ob er ihre Intelligenz überschätzt hatte. »Ich habe Sie geküsst, weil ich dachte, dass das nett sein würde.« »Für Sie - oder für mich?« »Natürlich für beide«, antwortete er. »Zu einem Kuss gehören zwei... so war es jedenfalls bisher. Erinnern Sie mich bitte daran, Sie nie wieder zu küssen.« Damit hatte Quinn seiner Meinung nach für einen wirkungsvollen Abtritt gesorgt. Er ließ die Dunkelhaarige stehen und gesellte sich im Zimmer nebenan zu einer Gruppe von Männern. Jemand drückte ihm ein volles Glas in die Hand. Quinn trank... ließ sich nachschenken... trank wieder und büßte dabei sein Zeitgefühl ein. Als er später auf die Uhr sah, konnte er nicht mehr unterscheiden, ob es halb drei oder zehn nach sechs war. »Sehen Sie nicht auf die Uhr, alter Junge«, riet ihm ein schnauzbärtiger Mann. »Trinken Sie lieber noch einen Schluck mit uns. Ist es nicht traurig, wenn man bedenkt, dass wir uns jetzt monatelang nicht mehr die Nase begießen können?« Quinn schüttelte verständnislos den Kopf. »Warum nicht? Warum sollen wir das morgen... oder übermorgen... oder an jedem beliebigen Abend nicht tun können?«, murmelte er undeutlich. Der Schnauzbärtige starrte ihn an. »Dumme Frage, alter Junge, verdammt dumme Frage... wenn ich so sagen darf.« Er schwankte leicht. »Sie haben doch wohl nichts dagegen, alter Junge?« »Durchaus nicht«, versicherte Quinn ihm. »Ich nehme Ihnen das nicht übel, Mister. Wir leben in einem freien Land und...« »Reg, alter Junge, einfach Reg ohne Mister. Wir sind hier alle gute Freunde. Und wie heißen Sie?« »Quinn.« »Wirklich?« Der schnauzbärtige Mann kniff die Augen zusammen. »Ein komischer Name. Aber ich will Sie keineswegs beleidigen, alter Junge!« Quinn dachte angestrengt nach, bis ihm wieder einfiel, was er hatte sagen wollen. »Ich möchte Sie etwas fragen, wenn Sie gestatten.« »Klar, alter Junge, fragen Sie nur!« Reg tippte sich mit dem Zeigefinger an die Stirn. »Dahinter stecken die Erfahrungen eines ganzen Lebens. Bin überall gewesen, habe alles gesehen. Ich könnte Ihnen...« »Ja, aber...«, begann Quinn. »Ich könnte Ihnen Dinge über die menschliche Verworfenheit und Niedertracht erzählen, die ein ganzes Buch füllen würden«, fuhr der andere unbeirrt fort. »Das halten Sie vielleicht nicht für möglich, aber...« »Ich glaube Ihnen jedes Wort«, unterbrach Quinn ihn. »Aber ich möchte wissen, warum Sie meine Frage von vorhin als dumm bezeichnet haben.« Reg schüttelte den Kopf. »Das verstehe ich nicht, alter Junge. Welche Frage meinen Sie überhaupt?« »Ich wollte wissen, warum jetzt monatelang keine Party dieser Art mehr stattfinden kann«, erklärte Quinn ihm. »Ist das denn nicht klar?« Der Schnauzbärtige schüttelte den Kopf. »Eigentlich sollte ich Ihnen nicht erklären müssen, dass niemand so tolle Partys gibt wie Charlie Hinchcliffe, Gott segne ihn. Wenn Charlie also verreist und erst Ende des Jahres zurückkommen will, gibt es vorläufig keine Partys mehr, nicht wahr?« »Wahrscheinlich nicht«, stimmte Quinn zu. »Richtig! Leute wie Charlie Hinchcliffe sind verdammt selten. Der gute alte Charlie hat ein goldenes Herz. Er würde Ihnen sein letztes Hemd geben. Das weiß jeder!« »Ja, gewiss. Aber ich finde es...« »Er kann es sich natürlich leisten, zum Abschied ein richtiges Fest zu geben. Charlie ist gut bei Kasse, wissen Sie. Seine Frau hat ihm genug hinterlassen. Haben Sie sie noch gekannt, alter Junge?« »Nein, nicht dass ich wüsste«, antwortete Quinn. Vor seinen Augen verschwamm alles, und seine Beine drohten einzuknicken. Der Raum kam ihm plötzlich unerträglich heiß vor. »Eine prima Frau!«, meinte Reg begeistert. »Legt sich in Charlies besten Jahren hin und stirbt - und hinterlässt ihm ein Vermögen. Seitdem kann Charlie kräftig auf die Pauke hauen. Das ist Glück, was?« »Allerdings«, gab Quinn zu. »Aber ich gönne es ihm natürlich«, fuhr der Schnauzbärtige fort. »Was halten Sie davon, wenn wir einen kleinen Schluck auf sein Wohl trinken? Ich komme gleich wieder. Laufen Sie nicht weg. Sie sind ein interessanter Bursche, Quinn, ein interessanter Bursche...« Er verschwand und kam nicht mehr zurück. Quinn wartete noch einige Zeit auf ihn, drängte sich dann durch die Menge und wanderte von einem Zimmer zum anderen und entdeckte eines, in dem ein breites Bett stand. Er schloss die Tür hinter sich, öffnete das Fenster, um frische Luft hereinzulassen, und streckte sich auf dem Bett aus. Kurze Zeit später war er eingeschlafen. Die dunkelhaarige junge Frau fand ihn dort. »...nach Ihnen gesucht«, hörte Quinn gerade noch. »Ich habe mir gleich gedacht, dass Sie sich irgendwo verkriechen würden.« Quinn musste sich erst räuspern. »Mir gefällt es hier ganz gut. Warum stören Sie mich? Ich möchte nur ein bisschen schlafen.« »Aber nicht hier! Dies hier ist Jacquelines Zimmer.« »Wer ist Jacqueline?« »Charlie Hinchcliffe bezeichnet sie als seine Sekretärin. Sie ist bei seiner Firma angestellt, aber er beschäftigt sie auch privat, wenn Sie wissen, was ich meine.« Quinn runzelte die Stirn. »Wer ist Charlie Hinchcliffe?« hörte er sich murmeln. »Sind Sie so blau? Jeder kennt...



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