Buchholz / Hirdt / Schäfer | Perry Rhodan Neo Paket 11: Die Methans | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 11, 1600 Seiten

Reihe: Perry Rhodan Neo Paket

Buchholz / Hirdt / Schäfer Perry Rhodan Neo Paket 11: Die Methans

Perry Rhodan Neo Romane 101 bis 110

E-Book, Deutsch, Band 11, 1600 Seiten

Reihe: Perry Rhodan Neo Paket

ISBN: 978-3-8453-3394-6
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



März 2049: Aus dem Großen Roten Fleck des Jupiter dringen plötzlich geheimnisvolle Impulse. Kurz darauf erscheinen Walzenschiffe der Maahks in der Umlaufbahn des Riesenplaneten. Im Wrack eines der Schiffe wird ein rätselhafter Fremder entdeckt, der seine Erinnerung verloren hat. Perry Rhodan muss herausfinden, was vor sich geht. Er entdeckt den Aufmarsch der Methans, die das arkonidische Imperium bedrohen. Und als schließlich sein Sohn Thomas entführt wird, muss er erkennen, dass hinter all diesen Ereignissen düstere Pläne stehen, die weiter reichen, als er es sich auch nur ausmalen kann ...
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Prolog
  Wo bin ich? Der Gedanke war da, noch ehe er seinen Körper spürte. Er hallte in ihm nach, als warte er auf ein Echo, das hätte kommen sollen, aber aus irgendeinem Grund unterblieb. Schweigen. Auch ringsum Stille. Er erblickte nichts als Dunkelheit und hörte – nicht das geringste Geräusch. Den Widerhall der Einsamkeit. Da war ... Schwere. Die Gravitation einer Normwelt. Er holte tief Luft und begriff erst in diesem Moment, dass die nötige Atemluft dazu ebenfalls vorhanden war. Aber sie war abgestanden und staubig, dazu kühl, wie in einer Gruft. Bin ich angekommen? War der Transfer erfolgreich? Keine Antwort. Er ahnte, nein, er wusste es: Das Schweigen war unüblich. Bin ich endlich erlöst? Von ihm? Er bewegte die Hände, spreizte die Finger, die zu Fäusten geballt gewesen waren. Er tastete an seiner nackten Brust entlang. Der Pulsschwinger war da, ruhte an der vertrauten Kette, verhielt sich normal, wie nach einem langen Schlaf. Das gleichmäßige Pochen hätte ihn beruhigen sollen. Tat es das? Gelächter. Das hättest du wohl gern. Da war sie wieder, und es war seine Stimme. Selbstverständlich war er noch da. Wie sollte es anders sein. Natürlich, krähte es in seinem Bewusstsein. Ich bin du, und du bist ich. Ich weiß nur nicht, ob das für mich oder gegen dich spricht. Er stöhnte auf. Nichts hatte sich verändert. Sein Martyrium ging auch nach der Versetzung weiter. Die Strafe für sein Versagen ... Sein Aktivherz schlug heftiger. Der Pulsschwinger sandte einen beruhigenden Impuls. Wenig später zog er die Beine an und schwang sich von der Liegestatt. Die Kühle erfasste seinen ganzen Körper, der so nackt war, als wäre er soeben auf die Welt gekommen. Was in gewisser Weise stimmte. Die bloßen Füße berührten kalten Steinboden. Unter seinen Sohlen spürte er dessen rohe Beschaffenheit. Befand er sich doch in einer Gruft? Wo bin ich?     Annäherung   Abgeschoben. Darauf lief es letzten Endes hinaus. Das hatten sie mit ihm getan, und genau so fühlte es sich an. Wenn er daran dachte, dass vier weitere dröge Monate vor ihm lagen, in denen er lediglich zu funktionieren hatte wie ein Automat, kam ihm die sprichwörtliche Galle hoch. Dass er die Arbeit eines Roboters zu erledigen hatte, weil der Einsatz von Studenten billiger war als sündhaft teures Hightechequipment, war wie die faule Rosine auf einem vergorenen Käsekuchen. Es verlieh seinem Praktikumshalbjahr eine Note, die perfekt zu seiner Weltuntergangsstimmung passte. Widerwillig berührte er eine Sensorfläche, aktivierte die Sprechfunkverbindung zur Stationsleitung. »Jester Orpheus hier«, sagte er. »Shuttle CORREGGIO ist startbereit.« Im Grunde tat er jeden Tag das Gleiche. Aufstehen, Shuttlecheck, das Abklappern der stationären Sonden, Probenabgabe, Schlafen. Er nannte es seine Murmeltiertage im All. Er hielt sich nun seit nervtötenden achtundfünfzig Tagen auf Io auf, und exakt diese Worte hatte er bereits fünfzig Mal gesagt. Und er würde sie am nächsten Tag wieder sagen, und am übernächsten, und ebenso während der restlichen einundneunzig Tage, die er in der Forschungsstation des Jupitermonds verbleiben musste. In der anheimelnden Gesellschaft von neunundzwanzig staubtrockenen Geologen, deren Verständnis von Geselligkeit offenbar darin bestand, sich gegenseitig aus dem Weg zu gehen. Oder sich Werte von irgendwelchen Testergebnissen vorzulesen, wenn sie gut drauf waren. Verbleiben? Ausharren traf es weit eher. »Verstanden, CORREGGIO«, kam es von der Leitstelle. »Guten Flug.« Der Name des Shuttles war eine Würdigung an den Renaissancemaler Antonio da Correggio, der vier Jupitergemälde angefertigt hatte, darunter das Meisterwerk »Jupiter und Io«. Die Fähren waren robuste Raumfahrzeuge, die den größten Teil des systeminternen zivilen Flugverkehrs bewältigten. Ursprünglich von der Firma Solarlogistics für Flüge zum und vom irdischen Mond entwickelt, fanden sie auch an vielen anderen Einsatzorten Verwendung. Unter anderem auf dem Mars, vor allem aber als Shuttle für weit vorgeschobene Stationen wie diese Jupiteraußenbasis. »Danke.« Viel fehlte nicht, und das herausgepresste Wort wäre als Fluch durchgegangen. Er zuckte mit den Schultern. Sollten sie sich doch in der Leitstelle über ihn das Maul zerreißen. Die CORREGGIO war die Personenausführung der Lunafähren und damit kaum größer als ein Helikopter. Im Einsatz als Probensammler genügte das, selbst wenn sie dann und wann Lasten für die Geologen, hauptsächlich Bohrzubehör, zu transportieren hatte. Für Jester waren solche Ausflüge zu den aktiven Vulkanen stets willkommen; sie unterbrachen viel zu selten das Einerlei des täglichen Gasproben-Kartuschenaustauschs. Über dem Shuttle fuhr das doppelflügelige Flachschott auf. Es deckte einen kleinen Krater ab, den die Konstrukteure ausgekleidet und zum Hangar der Forschungsstation umgebaut hatten. Das schwefelige Gelbrot des typischen Iolichts fiel herein, während die kreisförmig angebrachten Landelichter des Hangars erloschen. »Leitstelle, wir heben ab.« Jester Orpheus steuerte die Fähre auf dem Antigravkissen aus dem Krater hinaus und leitete den Aufstieg ein. Die dafür nötigen Handgriffe beherrschte er inzwischen im Schlaf. Die fünfarmige Seesternform der Iostation fiel wie jeden Morgen unter ihnen zurück. Das eigentlich hellgraue Metall leuchtete wider wie ein Eiterpickel am Hintern eines beulenpestbelasteten Untiers. Auch wie gehabt. Io war auf eine Art hässlich, die Jester stets aufs Neue verblüffte. Vulkane glitten vorbei, Lavaströme, zerbröselnde Kraterränder wie schlecht verheilende Pockennarben. Eine Welt in Eitergelb, Rot und Grau. Das machten nicht mal die scheinbar plötzlich aufgehenden Sterne wett. Sie wurden umso zahlreicher und strahlten umso mehr, je höher das Shuttle stieg. Aber das brachte rein gar nichts. Obwohl sie hier draußen so ganz anders aussahen als auf der Erde, blieben sie ein Anblick, der für Jester vor dem gewaltigen Rund des dräuenden Jupiters nicht zu bestehen vermochte. Weil der Gigant die Sterne allein mit seiner Existenz förmlich erschlug. Jupiter war in Jesters Augen eine einzige Drohung, an dessen alles beherrschende Gegenwart er sich nie gewöhnen würde – egal wie oft er ihn sah. Oder noch ansehen musste. Der Große Rote Fleck machte Jupiters Anblick nicht im Mindesten erträglicher, im Gegenteil. Er war nicht nur der mächtigste Sturm im Sonnensystem, der seit Jahrhunderten tobte, wie die Astronomen behaupteten, sondern besaß auch eine geradezu hypnotische Wirkung, die Assoziationen von Tod und Vernichtung suggerierte. Jester verzog das Gesicht. Sein Blick heftete sich auf die Kontrollen. »Nun hab dich nicht immer so, Junge.« Der ältere Mann auf dem Kopilotensitz nickte ihm aufmunternd zu. Seine unablässig arbeitenden Kiefer malträtierten einen Kaugummi. Ben Dunning hielt ihm die angebrochene Packung hin. »Nimm dir einen Streifen. Das beruhigt die Nerven.« Der fast sechzigjährige Dunning war der Stationstechniker, keiner der Geologen. Vermutlich machte ihn das zum einzigen vernünftigen Menschen auf dem Jupitermond. Jedenfalls war der alte Ben derjenige, mit dem Jester hier draußen einigermaßen zurechtkam. Ben war wohl das, was man als abgeklärt bezeichnete. Er hatte schon viele Studenten kommen und gehen sehen und schaffte es offenbar spielend, sich mit den jeweiligen Praktikanten anzufreunden. Von den hier stationierten Geologen hielt auch er nicht viel, und Jester fragte sich oft, was den alten Techniker wohl auf Io hielt. Er an dessen Stelle hätte längst das Weite gesucht. Aber vielleicht hatte Ben Dunning das Weite auf seine Weise hier auf Io gefunden. Jester nahm den Kaugummi entgegen und steckte ihn sich in den Mund, obwohl er wusste, dass er ihn schon bald wieder würde ausspucken müssen – Kaugummis waren in Raumanzügen strikt untersagt. Limonengeschmack. Na super. Jester Orpheus hasste Limonen, sagte aber Ben zuliebe nichts. Er schaffte es sogar, nicht das Gesicht zu verziehen. Der Grauhaarige meinte es nur gut mit ihm, und das war mehr, als Jester von den Geologen behaupten konnte. Auf jeden Fall war es weit mehr, als er vom verfluchten Praktikumsgremium der Fakultät hielt. Jenen Grüntischexperten, die ihn hierher verbannt hatten, damit er etwas Praxis kennenlernte. Jester unterdrückte ein zorniges Auflachen. Was sich auf der Erde nach einem echten Abenteuer angehört hatte, stellte sich auf Io schnell als die eintönigste Arbeit heraus, die es wohl im gesamten Sonnensystem zu vergeben gab. Und wer hatte sie bekommen? Jester Orpheus, der gegenwärtig dümmste Student der Astrophysik, der bei drei nicht schnell genug auf dem Kraterrand gewesen war. Mist, verdammter! Die Wissenschaftler hatten unzählige Experimente am Laufen, und eines davon unterzog die obersten Gasausläufer der Jupiteratmosphäre einer Langzeitstudie. Irgendwas mit Anomalien in der Wasserstoff-Helium-Zusammensetzung und ihrer Beimischung von Methan, hervorgerufen durch die Störbewegungen der vier großen Monde, zu denen auch Io gehörte. Dreiundzwanzig Sonden umkreisten Jupiter. Jede davon sammelte Gasproben, und ihre Kartuschen mussten im täglichen Rhythmus von Hand ausgewechselt werden. Weil irgendein ferner Verwaltungsheini auf der Erde entschieden hatte, dass dies eine vortreffliche Aufgabe für die nahezu kostenfrei arbeitenden Studenten im Praktikum war – die Anschaffung und...


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