Brenk | Das verschwundene Manuskript | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 184 Seiten

Reihe: GNMPFF

Brenk Das verschwundene Manuskript

Eine völlig gewaltfreie Kriminalgeschichte

E-Book, Deutsch, Band 4, 184 Seiten

Reihe: GNMPFF

ISBN: 978-3-7583-4221-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wo ist das Manuskript geblieben? Hat Roman Rübenkraut es gestohlen? Ist es dem schönen Freiherren Karl Eduard von Sprrozz in die Hände gefallen? Eine abenteuerliche Jagd beginnt in Dortmund und führt bis auf eine winzige Nordseeinsel. Schafft Gnmpff es, rechtzeitig zugegen zu sein, um die wertvollen Dateien wiederzubeschaffen? Ein jugendfreier Kriminalroman, dessen einziges Mittel der Auseinandersetzung ein Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spiel ist. Mit dreiundfünfzig ganzseitigen Farbtafeln.

Geb 1953 als 3. Sohn einer Bergmannsfamilie in Dortmund, Abitur 1972 ebendort, Studium Kunst und Mathematik auf Lehramt, verh. und Vater zweier Söhne und einer Tochter, 1979 bis 2019 Lehrer für Kunst und Mathematik an einem Dortmunder Gymnasium zweites Studium Kunst mit Promotion 2015
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Wie alles anfing
Alles fing ganz harmlos an! Der Gnmpff wollte mich besuchen, dieses Mal sogar, ganz gegen seine sonstigen Gewohnheiten, nach Vorankündigung, um mit mir bei einem gemütlichen Nachmittag über Gott und die Welt zu plaudern. Genau genommen stand uns der Sinn nach ganz anderen Gesprächsthemen, warum man da von Gott und der Welt sprechen soll, war uns beiden nicht klar. Ich hatte also alles vorbereitet, ein angemessener Vorrat an Getränken stand bereit, und seine etwas ausgefallene Garderobe, sorgfältig gereinigt und gebügelt, lag draußen im Garten über einer Stuhllehne. Mit einem wunderbar duftenden Kaffee saß ich in Erwartung des Besuches mit meiner Arbeit am Gartentisch. Der Ordner „Neues Manuskript“ war bereits in den Rechner eingegeben und bedurfte nur noch der endgültigen Überarbeitung. Das ist der manchmal mühevolle und lästige Teil des Schreibens, also die Suche nach Rechtschreib-, Wortwiederholungs- oder Interpunktionsfehlern, manchmal zudem kleinen stilistischen Beanstandungen. Nach einem ganzen Jahr des Ringens mit diesem neuen Buch musste endlich einmal ein Bestseller dabei herauskommen. Jedenfalls gemessen an meinen bisherigen, zugegebenermaßen recht bescheidenen Verkaufserfolgen. Etwas beunruhigt war ich durch den Umstand, dass die externe Festplatte mit allen Sicherungskopien einfach nicht aufzufinden war. Wer allerdings schon einmal meinen Schreibtisch in Augenschein genommen hat, wird sich nur schwerlich erklären können, dass ich dort überhaupt jemals etwas wiedergefunden habe. Es gab zusätzlich noch einen Stick mit einer Kopie, den ich meinem Freund schicken wollte, der mir mit seinen Anregungen und Korrekturen wiederholt wertvolle Hilfe zu leisten vermochte. Wenn ich nur gewusst hätte, wo dieser Stick lag! Gut, dass sich der Ordner obendrein im Laptop befand! Das Wetter spielte mit, ein nicht zu heißer Frühsommertag, im Garten herrschte wunderbare Ruhe, nur untermalt vom Gezwitscher der zahlreichen Vögel, die mir Gesellschaft leisteten – das versprach, eine ausgesprochen angenehme Begegnung zu werden. Der Gnmpff (mit Doppel-f am Ende, wie er immer wieder betonte) suchte mich seit einiger Zeit regelmäßig auf und erwies sich dabei jedes Mal als vielseitig gebildeter und höchst belesener, wenngleich sehr besserwisserischer Gesprächspartner. Die etwas kleine Statur mit viel zu großen Ohren und einem kleinen Haarbüschel dazwischen täuschte leicht über seine vielseitigen Begabungen hinweg. Mit dieser Beschreibung wäre er (oder sie – nicht einmal das konnte man mit Gewissheit sagen) in keiner Weise einverstanden gewesen, aber auf Kleinigkeiten kann angesichts der Dramatik der kommenden Ereignisse nicht Rücksicht genommen werden. Seine Unsichtbarkeit machte Vieles komplizierter, aber wir wussten einen Weg, mit diesem Problem umzugehen. Daher die bereitgestellten Getränke und die im Übrigen selbstgefertigte Bekleidung. Mehr muss hier über meinen kleinen Freund nicht verraten werden, jede darüber hinausgehende Information lässt sich an anderer Stelle nachlesen. Ich räkelte mich in meinem Gartenstuhl und vergrub mich in der existentiellen Frage, ob zu meinem Heißgetränk nicht ein Stück Kuchen eine sinnvolle Ergänzung bilden könnte, rätselte jedoch darüber, ob es eher ein sahniges Stück Schwarzwälder Kirsch, oder doch lieber ein trockener Sandkuchen sein sollte. Wie immer fiel mir die Entscheidung so schwer, dass ich es vorzog, gänzlich auf die Süßspeise zu verzichten. „Moin!“, platzte der Gnmpff mit seiner Begrüßung in meine tiefgründigen Überlegungen, offenkundig nach dem Genuss verschiedener Säfte und in seine originelle Garderobe gehüllt. Wir hatten mehrfach mit verschiedenen Mixturen experimentiert und herausgefunden, dass mit Kirsch- und Ananassaft sowie einem Teil Milch eine Tönung zu erreichen war, die der menschlichen Hautfarbe sehr nahekam. Leider hielt dieser Zustand nicht endlos an, aber immerhin blieb mein Gast währenddessen sichtbar. Es ist für einen anregenden Austausch nämlich außerordentlich hilfreich, wenn man dem Gesprächspartner in die Augen schauen kann. Vielleicht nicht für Gnmpffe, denn die verfügen über die Fähigkeit, auch wortlos zu reden, aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte. Und vielleicht genauso wenig für die mit den Handys groß gewordenen Menschenkinder, die sich mitunter in endlosen Gesprächen ohne Sichtkontakt verlieren – wenn sie nicht zusätzlich die Möglichkeit der Videoverbindung nutzen. Damit ist nun wohl hinreichend beschrieben, welcher Generation ich angehöre. Nach der Erwiderung seiner Begrüßung tauschten wir uns über unsere jüngsten Erlebnisse aus, streiften kurz das Thema meiner neuen Errungenschaften – ein sehr schnell abzuhandelnder Bereich, weil Einkaufen ganz und gar nicht zu meinen bevorzugten Beschäftigungen gehört – und ließen es uns ebenso nicht nehmen, Anmerkungen über unsere direkten Freunde und Nachbarn einzuflechten. Gott und die Welt fanden nur am Rande Erwähnung. Und dann kam`s! „Wie weit bist Du mit Deinem neuen Buch?“, wollte mein Freund mit den großen Ohren von mir erfahren. „Fertig!“, rief ich stolz. „Ich muss nur noch die Fehler ausmerzen.“ „Na, super! Dann kann es bis zur Veröffentlichung nicht mehr lange dauern.“ Entgegen unserer sonstigen Gepflogenheiten fehlte ihm bislang eine Gelegenheit, vorab schon in den Entwürfen zu blättern. „Lies mir, bitte, einmal das letzte Kapitel vor.“ Also schaltete ich meinen Laptop an, um ihm diesen Gefallen zu tun. Eine unbeschreibliche Panik erfasste mich, als das Gerät bereit stand – auf dem Desktop gab es den Ordner nicht mehr! Hektisch suchte ich in allen Winkeln nach, sie konnte ja eventuell versehentlich an einem falschen Ort abgespeichert worden sein. Nichts! Kein Suchprogramm half weiter, kein Arbeitsprotokoll – als hätte ich niemals an diesem Projekt gearbeitet. Wie konnte das passieren? Ich vermutete eigene Unaufmerksamkeit, so dass alle Nachweise meiner monatelangen Bemühungen durch ungeschickte Tastenfolgen von mir selbst vernichtet worden waren. Nur gut, atmete ich erleichtert auf, dass es neben dem fest installierten PC zusätzlich zwei externe Speichermedien gab. Da durchzuckte mich der nächste Schock. Es konnte doch kein Zufall sein, dass sich der für den Freund vorbereitete Stick ebenfalls in Luft aufgelöst hatte! Sofort machte ich mich daran, meinen Schreibtisch aufzuräumen – eine sowieso dringend nötige Aufgabe. Aber selbst diese Herkulesarbeit brachte nicht den gewünschten Erfolg. Der Stick blieb unauffindbar. Nur mein Arbeitsplatz sah nach vielen Wochen endlich wieder einmal übersichtlich aus. Was, wenn nun zu allem Überfluss die letzten beiden Rettungsanker versagten? Ich wagte gar nicht, diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen. Allein der Gedanke daran verursachte mir Magenschmerzen und ich schreckte davor zurück, den PC anzuschalten sowie in der Schreibtischschublade nachzuschauen, in der die externe Festplatte normalerweise lag. Was, wenn sogar diese verschwunden wäre? Mit arbeitsbereitem PC stieg, soweit überhaupt noch möglich, mein Entsetzen. Auch hier fehlte der Ordner. Die ganzen Unterlagen einfach weg, mehrere Monate Arbeit vergeblich! Selbst im Arbeitsprotokoll gab es keinen Vermerk und auch im Papierkorb herrschte gähnende Leere. Mit Schweißperlen auf der Stirn und zitternden Händen zog ich vorsichtig die Lade auf. Nichts! Tatsächlich, überhaupt nichts. Ich sank auf meinen Stuhl, unfähig, etwas zu sagen oder mich zu bewegen. Die Festplatte fehlte, alles andere befand sich nach wie vor an seinem Platz. Das wollte icheinfach nicht glauben. Warum ausgerechnet dieses Ding, warum befand sich nur dieser eine Ordner nicht mehr auf meinem Rechner? Ganz langsam setzten meine Lebensgeister wieder ein und das Entsetzen machte Platz für sich allmählich aufdrängende Überlegungen. Dabei nahm ein Gedanke immer konkretere Formen an und rückte schließlich sonnenklar in den Vordergrund. Diebstahl! Das konnte nur das Werk niederträchtiger Raubritter sein, die sich am geistigen Eigentum eines Bestsellerautors bereichern wollten, dessen bisherige Veröffentlichungen immerhin mit Auflagen von gut zweihundert Exemplaren zu Buche schlugen, wenn nicht sogar dreihundert. Wer könnte zu solch einer schändlichen Tat fähig sein und von mir unbemerkt in meine Wohnung gelangen? Was wollte der Eindringling mit diesem Diebesgut anfangen? Auf welchem Weg könnte ich mein Eigentum zurückerhalten? „Es ist weg!“, entfuhr es mir. Über all diesen Fragen und Überlegungen dachte ich gar nicht mehr an meinen Gast und Gesprächspartner. Allmählich wieder zu vernünftigem Denken in der Lage, wandte ich mich dem Gnmpff zu. Da durchfuhr mich der nächste Schreck. Er schien über meinen Verlust noch mehr entsetzt zu sein als ich selber. Völlig bleich, mit weit und panisch aufgerissenen Augen, bebend vor Angst, kaum in der Lage,...


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